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Es werden Posts vom 2022 angezeigt.

Ein Plädoyer für mehr Kreativität im Leben

Wham ist ein außergewöhnliches Buch, was schon auf den ersten Blick die tolle und liebevolle Aufmachung zeigt. Es war eine große Freude, den goldenen Umschlag im Briefkasten zu finden. Und auch bei dem Ich-Erzähler handelt es sich um einen außergewöhnlichen Mann: Andy Jacobs ist aus der Welt der Werbeagenturen ausgestiegen. Er will eigene Wege gehen und seine Kreativität auf eigene Art ausleben. Er bekommt einen Ruf als Professor und möchte mit einer außergewöhnlichen Antrittsvorlesung sofort überzeugen, aber über was sprechen und wie die Vorlesung gestalten? Andy Jacobs: Keep calm and then Wham! Ein Notfallplan bei Denkblockaden. Roman // Reutinger DE // 2022 216 Seiten // 24,90 Euro Die Suche nach der perfekten Antrittsvorlesung ist die Rahmenhandlung des Romans und während Jacobs Ideen sucht, führt er die Lesenden in die wunderbare Welt der Kreativität und der Rezepte gegen Denkblockaden. Am Ende begeistert er seine Zuhörer:innen mit einer Popcorn- und Seifenblasenmaschine (besonder

Warum Tierwohl Jede:n Etwas Angeht

Henry Mance ist Journalist und Autor. Sobald man das Sachbuch aufschlägt, sieht man, dass Mance sich intensiv mit dem Thema Tierwohl und Naturschutz befasst hat. Um diesem umfassenden Thema gerecht zu werden, beleuchtet Mance es von allen Seiten und sammelt vielfältige Informationen. Hierbei gibt er einen guten Überblick über die verschiedenen miteinander verbundenen Aspekte, wobei er stets sachlich bleibt und sich nicht von Emotionen mitreißen lässt.  Henry Mance: Mit Tieren leben. Warum wir das Verhältnis zwischen Mensch und Tier neu definieren müssen. Sachbuch // Original: How to love animals (2021) Kein & Aber // 2021 // Aus dem Englischen von Yamin von Rauch 480 Seiten // 27,00 Euro // Hardcover mit Schutzumschlag  Mance besucht angeblich „artgerechte“ Schlachthöfe und schreibt über die grausame Behandlung von Kühen, Schweinen und Hühnern. Aber die Tiere in der „Milchwirtschaft“ werden auch nicht besser als in der „Fleischwirtschaft“ behandelt: „Aber wenn wir Tiere wirklich

Ostergrüße mit Hermann Hesse

Liebe Bücherwürmer,  letzte Woche haben wir noch den Geburtstag unseres Blogs gefeiert, heute gibt es schon den nächsten Feiertag! Wir wünschen Euch allen ein frohes Osterfest und geruhsame Tage mit Familie, Freunden und vor allem vielen Büchern.  Unsere Osterbücher dieses Jahr sind "Cranford" von Elizabeth Gaskell und "Klein Zaches, genannt Zinnober" von E.T.A. Hoffmann. Wir hoffen, Euch bald von ihnen berichten zu können.  Zum heutigen Ostersonntag möchten wir einen vielleicht etwas unbekannteren Ausschnitt aus "Gang im Frühling" von Hermann Hesse mit Euch teilen. Auch wenn der Ausschnitt zunächst vielleicht nicht sonderlich Österlich erscheinen mag, wo Ostern doch das Fest der Freude und der Wiederauferstehung ist, so sind Hesses Worte eine Hommage an das Leben, die Lebendigkeit und vor allem die Hoffnung:  „Die Karwoche ist da, voll und übervoll von Klängen und beladen mit Erinnerungen, an grelle Ostereierfarben, an Jesus im Garten Gethsemane, an Jesus

Tatata, die Vorleser werden 6 Jahr! Ups and Downs eines Buchblogs

Liebe Bücherfreunde, es ist so weit! Wir freuen uns sehr über unseren sechs jährigen Geburtstag. Dass dieser Blog, den man fast als unser Kind bezeichnen könnte, damit reif für die Einschulung ist, wollen wir natürlich auch mit Euch, unseren lieben Leser:innen, feiern. Denn wir sind stolz, dass wir und auch Ihr sechs Jahre durchgehalten haben! Zur Feier des Tages lassen wir die vergangene Zeit Revue passieren und erzählen nun von unseren Ups and Downs: Eindeutig ein Up ist unserer erster Blogbeitrag, mit dem auch die Namensfindung verbunden war: In „Die Sehnsucht des Vorlesers“ von Jean-Paul Didierlaurant ( Link ) muss Guylain Vignolles täglich Tonnen von Büchern zerstören und in eine graue Masse verwandeln. Eine Henkersarbeit, ein Kulturmord, dem Guylain nur das Retten einzelner in der Maschine hängengebliebener Seiten entgegensetzen kann. Die bettet er auf rosa Löschpapier und liest sie am nächsten Morgen auf dem Weg zur Arbeit seinen Mit-Pendler:innen im Regionalzug vor. Die Fahrgäs

What would Jane do?

Wenn ihr die Wahl hättet, mit welcher Autorin würdet ihr einen Tag verbringen wollen? Diese Frage stürzt mich genauso in eine Sinnkrise wie die Frage nach meinem Lieblingsbuch oder meinen liebsten Autor:innen. In die enge Auswahl würden jedenfalls die Brontë-Schwestern und Jane Austen kommen. Denn wenn ihr mich fragt, was ich an Jane Austens Romanen mag, dann ist meine Antwort einfach: Ich mag alles. Ich mag das Gefühl in einer anderen Zeit zu sein, ich mag es, die Protagonistinnen zu begleiten und mit ihnen auch schwere Zeiten durchzustehen. Ich mag sogar Mariannes Gefühlsausbrüche, wenn ihr Elinor eröffnet, dass sie die ganze Zeit von der geheimen Verlobung wusste. Statt wirklich mit ihrer Schwester mitzufühlen, macht sie sich Vorwürfe, wie sie, Marianne, so eine schlechte Schwester sein konnte! Bei dieser Szene amüsiere ich mich jedes Mal. Und was ich nicht verschweigen kann, ich liebe Jane Austens Männer. Angefangen mit Oberst Brandon, in der Verfilmung von 1995 verkörpert durch

Neuer Top Thriller aus der Schreibwerkstatt Eckert

Vor- und Nachteil des neuen Eckerts lassen sich schnell zusammenfassen. Vorteil – ein gelungener Politthriller der Extraklasse. Nachteil – so fesselnd, dass man das Buch in kürzester Zeit ausgelesen hat. Horst Eckert: Das Jahr der Gier Thriller // Heyne Verlag // 08. März 2022 432 Seiten // 13,00 Euro // Paperback  Nach „Im Namen der Lüge“ und „Die Stunde der Wut“ (die Rezension zu den Vorgängern findet ihr hier ) handelt es sich um den dritten Thriller mit dem Düsseldorfer Ermittlerduo Melia Adan und Vincent Veih in den Hauptrollen. Eckert nimmt sich in „Das Jahr der Gier“ viele Anleihen an die bekannte Wirecard Affäre. Aus Wirecard wird die Worldcard AG, ein Finanzdienstleister, dem wie auch im wirklichen Leben dank Luftbuchungen in Asien der Aufstieg in den DAX gelingt. „Das Jahr der Gier“ ist aber ein eigenes in sich geschlossenes Buch. Wieder einmal gelingt es Eckert, Fiktion und reale Vorkommnisse geschickt zu verknüpfen. Hierbei legt er zur Steigerung des Spannungsbogens an

Der Lebensweg einer außergewöhnlichen Frau

Hertha Koenig, Gutsbesitzerin, Schriftstellerin, Kunstsammlerin und Mäzenin. Geboren 1884 auf dem Rittergut Böckel in Ostwestfalen. Ihr Bruder Siegfried möchte das Gut nicht übernehmen und wandert nach Norwegen aus. Hertha Koenig übernimmt die Verantwortung nach dem Tod ihres Vaters 1927 und bringt es durch den zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit. Im Alter von 92 Jahren stirbt sie 1976 auf Gut Böckel, ihr Großneffe und Erbe bewirtschaftet das Gut noch bis er es 1991 in Privatbesitz verkauft. Gerhard Kaldewei: Es wehte hier eine andere Luft. Hertha Koenig - Ein Lebensweg Pendragon Verlag // 2022 200 Seiten // 24,00 Euro // Hardcover gebunden mit Lesebändchen  Gerhard Kaldewei zeichnet die Stationen in Hertha Königs Leben nach. Besonderes Gewicht legt er dabei auf ihre lebenslange Beziehung zu Rainer Maria Rilke und ihr Wirken in Münchens Kulturszene. Immer wieder zeigt er auf, wie Hertha Koenigs Lebensweg in ihren Gedichten, Romanen und Erinnerungen/Künstlerportraits widerspieg

Wen rette ich - und wenn ja, wie viele?

Was ist die Triage? Erste Berichte über eine Triage gibt es aus den Koalitionskriegen zwischen 1792 und 1815. Damals wies der hoch geschätzte militärische Chefarzt Dominique Larrey seine Mitarbeiter an, die verletzten Soldaten in drei Gruppen einzuteilen, nach denen sie priorisiert behandelten wurden. Für diese Einteilung waren Nationalität und militärischer Rang der Verletzten egal, entscheidend war die Schwere der Verletzung. Larrey und seinen Kollegen ging es in einer Situation, in der sie nicht allen gleichzeitig helfen konnten, die Hilfe benötigten, darum möglichst viele Leben zu retten, ohne die Wahl, wer gerettet werden soll, auf diskriminierende Erwägungen zu stützen. Adriano Mannino: Wen rette ich - und wenn ja, wie viele? Über Triage und Verteilungsgerechtigkeit.  Reclam Verlag // 2020 120 Seiten // 6,00 Euro  Der Begriff Triage geht auf das französische „triage“ für „Auswahl, Sichten, Sortieren“ zurück und beschreibt also eine Situation, in der nicht allen Hilfebedürftigen e

Mit Huhn um die Welt

 "Schon immer habe ich davon geträumt, um die Welt zu segeln."  Damit beginnt die Reise von Guirec und Monique. Guirec ist 21 Jahre alt, als er sich den Traum von einem eigenen Boot erfüllt. Sein Ziel ist es, alleine die Welt zu umsegeln und dabei immer wieder autark zu sein, nur die Kräfte der Natur und er. Doch ganz allein will er dann doch nicht bleiben und so begleitet ihn das Huhn Monique auf seine unglaubliche Reise.  Guirec Soudée: Segeln mit Huhn. Guirec & Monique und ihre verrückte Reise um die Welt. Delius Klasing Verlag // 2021 208 Seiten // 29,90 Euro // Klappenbroschur mit 232 Abbildungen Eigentlich habe ich mit Segeln nicht viel Hut. Ich war noch nie Segeln und kenne auch niemanden, der regelmäßig segelt. Aber als im vergangenen Jahr die Vendée Globe, die als schwierigste Regatta der Welt bezeichnet wird, mit dem deutschen Segler Boris Herrmann stattfand, hat sich dies grundlegend verändert. Die letzten Tage der Weltumseglung habe ich voller Spannung verfolg

Premiere bei Die Vorleser: Der TV Tipp

Morgen Abend (17. Februar 2022) wird das TV eingeschaltet. Um 20:15 h wird der 1. Kanal = ARD gewählt. Der Donnerstag Krimi läuft. Wie der Film sein wird, können wir nicht sagen. Die gleichnamige Roman Vorlage „Die russische Spende“ ist jedenfalls uneingeschränkt empfehlenswert. Mit seinem Erstling startete der gelernte Kardiologe Christoph Spielberg sofort durch und sicherte sich im Jahr 2002 den renommierten Friedrich Glauser Preis für den besten Erstling. Es folgten sechs weitere Krimis mit dem Oberarzt. Was bietet ein Dr. Hoffmann Krimi? Liebevoll gezeichnete Charaktere: So hat Spielberg natürlich erkannt, dass ein manchmal schwächelnder Mann mit trockenem Humor eine intelligente und durchsetzungsstarke Frau braucht und ihm seine Freundin Celine an die Seite gestellt. Spannende Unterhaltung: Der arme Dr. Hoffmann muss bei seinen manchmal unfreiwilligen Ermittlungen hin und wieder einiges einstecken und es gibt auch immer wieder überraschende Wendungen. Intelligente Unterhaltung: Sp

Christine Brückner & Ricarda Huch

„Die Stunde des Rebhuhns“ ist nach Goethes Mutter die Stunde der Entspannung nach einem Tag der Anspannung, wenn man nichts anderes mehr tun mag, „als ein Rebhuhn zu streicheln“, eine „Stunde der Glückseligkeit“. Christine Brückner: Die Stunde des Rebhuhns. TB, Ullstein 1993 Ricarda Huch: Der letzte Sommer. Eine Erzählung in Briefen. Kampf Verlag 2019 In einer solchen Stunde besah ich unsere Bücherregale und fand „Die Stunde des Rebhuhns“ von Christine Brückner wieder. In dem 1993 erschienenen Buch schreibt sie über ihre Erlebnisse und Erfahrungen und darüber, dass sie die 1910 erschienene Erzählung in Briefen von Ricarda Huch „Der letzte Sommer“ wieder gelesen habe. Nun habe ich auch in den Sommerferien Ricarda Huchs Erzählung gelesen. Sie spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Russland auf dem Sommerlandsitz des Gouverneurs von St. Petersburg. Und da Christine Brückner sehr gut über das großartige Buch von Ricarda Huch schreibt, zitiere ich sie hier: „Der Gouverneur ist bedroht,

Die Rettung des Ozeans, wichtiger denn je

Schon bereits im letzten Jahr hat ein EU-Bericht den Zustand der Meere als alarmierend bezeichnet, der Klimawandel und dessen Folgen sowie die Meeresverschmutzung seien eine „nie dagwesene Belastung für den Ozean“. Auch eine Studie des Alfred-Wegener-Instituts warnt nun vor Plastikflut in den Meeren. Um so wichtiger ist das Buch von Captain Watson „Wenn der Ozean stirbt, sterben auch wir“. Denn Watsons Buch ist nicht nur eine Warnung, sondern spendet auch Hoffnung, die wir momentan bestimmt gut gebrauchen können. Unsere ausführliche Besprechung zu „Wenn der Ozean stirbt, sterben auch wir“ findet ihr hier .

Die Konsequenzen, wenn man ein Zaubergeschäft und einen seltsamen Mops erbt

Feind wird Freund, und Freund wird Feind, Und wenn Du glaubst, am Ziel zu sein Erst dann wirst du erkennen, dass es nichts hilft, davonzurennen Doch bevor Lennart Malmkvist zu dieser Erkenntnis kommt, muss er eine vielversprechende Karriere als Manager in einem erfolgreichem Beratungsunternehmen sowie seinen etwas mysteriösen Nachbarn und Freund Buri Bolmen verlieren. Lars Simon: Lennart Malmqvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen Roman //  Dtv // 2016 431 Seiten // 9,95 Euro Buri Bolmen betreibt im Erdgeschoss eines Miethauses in einer teueren Gegend in Göteborg ein Geschäft für Zauberbedarf und Scherzartikel. In dem Haus wohnen auch Lennart und die Italienerin Maria. Während Maria italienische Opern hört, kocht sie wundervolle italienische Menüs, die sie großzügig mit Buri und Lennart teilt. Doch das reibungslose Leben ist vorbei, als Buri eines Abends in seinem Geschäft ermordet wird und nur eine Aschenspur am Boden seiner Werkstatt von ihm übrig bleibt. Von

Der erste weltberühmte Young Adult Roman von J.D. Salinger. Top oder Flop?

Ich mag es, wenn Bücher eine Geschichte haben. Es ist schön darüber nachzudenken, was dieses Buch bereits alles erlebt haben könnte und welche Orte es bereist hat. Meine neueste Errungenschaft, ein „junger“ amerikanischer Klassiker, muss schon einiges durchgemacht haben. Das zeigen nicht nur die leicht vergilbten Seiten, sondern vor allem sein äußeres Erscheinungsbild. Ein Blick ins Buch erklärt den doch dürftigen Zustand - denn der Name im Buchdeckel weist stark auf ein Schulbuch hin. Diese Vermutung verhärtet sich zudem, da gerade auf den ersten Seiten bestimmte Worte unterstrichen sind; einerseits Wörter, die dem Lesenden unbekannt waren (dabei wurden aber nur zwei Worte übersetzt, eines davon das Wort „puke“ mit der Übersetzung „zum kotzen“), oder für die Handlung relevante Informationen. Der Enthusiasmus zum Unterstreichen hat jedoch schnell nachgelassen und ist nur noch an zwei Stellen wieder aufgelebt (die letzte unterstrichene Stelle ist ein häufig verwendetes „pain in the ass“

Italienische Wanderlust mit Eichendorff, Goethe und Hesse

Wem Gott will rechte Gunst erweisen, Den schickt er in die weite Welt, Dem will er seine Wunder weisen In Fels und Wald und Strom und Feld. Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts Goethes Italienische Reise Hermann Hesse: Italien Wir alle kennen den Wahlspruch des echten Wandervogels und wenn der Frühling naht, beginnt eine leise Sehnsucht am Herzen zu ziehen: „Das Rad meines Vaters Mühle brauste und rauschte schon wieder recht lustig, der Schnee tröpfelte emsig vom Dache, die Sperlinge zwitscherten und tummelten sich dazwischen; ich saß auf der Türschwelle und wischte mir den Schlaf aus den Augen, mir war recht wohl im Sonnenschein.“ Aber der arbeitssame Vater, der schon seit Tagesanbruch in der Mühle rumort hat, hat die Geduld mit dem „Taugenichts“ von Sohn verloren: „Ich kann dich nicht länger füttern. Der Frühling steht vor der Türe, geh auch einmal hinaus in die Welt und erwirb dein Brot selbst.“ Da nimmt der Taugenichts seine Geige und schlendert den langen Weg d

Wir feiern Annette von Droste-Hülshoff

„O Mond, du bist mir wie ein später Freund,  Der seine Jugend dem Verarmten eint,  Um seine sterbenden Erinnerungen  Des Lebens zarten Widerschein geschlungen,  Bist keine Sonne, die entzückt und blendet,  In Feuerströmen lebt, in Blute endet - Bist, was dem kranken Sänger sein Gedicht,  Ein fremdes, aber o ein mildest Licht.“ - Mondesaufgang (1846) Annette von Droste-Hülshoff, Gemälde von Johann Joseph Sprick (1838) Unser Geburtstagskind der Woche ist Annette von Droste-Hülshoff. Die Schriftstellerin und Komponistin hätte morgen am 10. Januar ihren 225. Geburtstag gefeiert.  Diesen Ehrentag hat auch die Deutsche Post mit einer Briefmarke bedacht mit dem Zitat „Nun muss ich sitzen so fein und klar … und darf nur heimlich lösen mein Haar und lassen es flattern im Winde!“. Über eine beachtenswerte Frau und ihr Werk schreibt Esther Grau in ihrem Roman „Grimms Albtraum“, den wir bei den Vorlesern für euch gelesen haben ( hier kommt ihr zur Besprechung).  Vorgelesen von     Gianna

Mein Lesejahr 2021

2021 war für die meisten von uns vermutlich ein sehr schweres Jahr. Jedenfalls war es für uns alle kompliziert, immer wieder hatte man sich an die pandemische Lage anzupassen. Auch wenn der Unmut noch so groß war, hat dies der aktuellen Situation nichts an ihrer Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit genommen, sodass wir letztlich Kontaktbeschränkungen und weiteres hinnehmen müssen. Lange Sommertage, Gartenfreude (wie wir sie versucht haben in diesem Post festzuhalten), Wiedersehen mit lang vermissten Freunden, gutes Essen und so manch guter Tropfen Wein haben uns durch diese Zeit gebracht.  Ein großer Bestandteil dieses Jahres, der mir eine gewisse Normalität gegeben hat, war das Lesen. Denn letztlich braucht man zum Lesen nur ein Buch - wenn es auch noch ein hervorragendes ist, um so besser. In meinem Fall benötige ich noch eine Brille, aber die habe ich sowieso die meiste Zeit auf dem Kopf.  Ich habe dieses Jahr doch deutlich weniger Bücher gelesen als in den vergangenen zwei Jahren. Die