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Wir feiern Annette von Droste-Hülshoff

„O Mond, du bist mir wie ein später Freund,  Der seine Jugend dem Verarmten eint,  Um seine sterbenden Erinnerungen  Des Lebens zarten Widerschein geschlungen,  Bist keine Sonne, die entzückt und blendet,  In Feuerströmen lebt, in Blute endet - Bist, was dem kranken Sänger sein Gedicht,  Ein fremdes, aber o ein mildest Licht.“ - Mondesaufgang (1846) Annette von Droste-Hülshoff, Gemälde von Johann Joseph Sprick (1838) Unser Geburtstagskind der Woche ist Annette von Droste-Hülshoff. Die Schriftstellerin und Komponistin hätte morgen am 10. Januar ihren 225. Geburtstag gefeiert.  Diesen Ehrentag hat auch die Deutsche Post mit einer Briefmarke bedacht mit dem Zitat „Nun muss ich sitzen so fein und klar … und darf nur heimlich lösen mein Haar und lassen es flattern im Winde!“. Über eine beachtenswerte Frau und ihr Werk schreibt Esther Grau in ihrem Roman „Grimms Albtraum“, den wir bei den Vorlesern für euch gelesen haben ( hier kommt ihr zur Besprechung).  Vorgelesen von     Gianna
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Mein Lesejahr 2021

2021 war für die meisten von uns vermutlich ein sehr schweres Jahr. Jedenfalls war es für uns alle kompliziert, immer wieder hatte man sich an die pandemische Lage anzupassen. Auch wenn der Unmut noch so groß war, hat dies der aktuellen Situation nichts an ihrer Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit genommen, sodass wir letztlich Kontaktbeschränkungen und weiteres hinnehmen müssen. Lange Sommertage, Gartenfreude (wie wir sie versucht haben in diesem Post festzuhalten), Wiedersehen mit lang vermissten Freunden, gutes Essen und so manch guter Tropfen Wein haben uns durch diese Zeit gebracht.  Ein großer Bestandteil dieses Jahres, der mir eine gewisse Normalität gegeben hat, war das Lesen. Denn letztlich braucht man zum Lesen nur ein Buch - wenn es auch noch ein hervorragendes ist, um so besser. In meinem Fall benötige ich noch eine Brille, aber die habe ich sowieso die meiste Zeit auf dem Kopf.  Ich habe dieses Jahr doch deutlich weniger Bücher gelesen als in den vergangenen zwei Jahren. Die

Was an Weihnachten nicht fehlen darf

Charles Dickens: Eine Weihnachtsgeschichte Roman // Arena Kinderbuch-Klassiker // 1. Aufl. 1994 // Neu übertragen von Freya Stephan-Kühn // Mit Bildern von Tilman Michalski // Gebunden // 152 Seiten Hallo Ihr Lieben, wir hoffen, dass Ihr ein schönes Weihnachtsfest hattet und Euch schon auf das neue Jahr freut. Wir haben uns die Weihnachtsgeschichte vorgelesen und ganz besonders gut  hat uns der Beginn der dritten Strophe gefallen: Dort wartet Scrooge auf den zweiten der drei, von Jacob Marley angekündigten Geister. Die Uhr hat gerade wieder eins geschlagen und Scrooge ist auf beinahe alles vorbereitet, nur nicht darauf, dass nichts passiert. Kein Geist erscheint an seinem Bett, aber ein mysteriöser rötlicher Lichtschein beleuchtet ihn. Scrooge steht leise auf und schlürft in seinen Pantoffeln zur Tür zum Nebenzimmer. Eine unbekannte Stimme nennt ihn beim Namen und fordert ihn auf einzutreten. Die Weihnachtsüberaschung, die ihn jetzt erwartet, überwältigt den geizigen Scrooge: E

Marlene Dietrich - eine Biografie in Kleidern

Als Marlene Dietrich am 19. Mai 1933 in Paris aus dem Zug steigt und den Bahnsteig des Gare Saint-Lazare entlangschreitet, wird sie sich bereits darüber bewusst gewesen sein, dass ihr Hosenanzug von den Pariser Kritikern als für eine Frau unangemessen empfunden werden wird.  Denn: Kleider machen Leute. Das wusste nicht schon Gottfried Kellers Wenzel Strapinski, es bewahrheitet sich auch immer wieder in der Realität. Dennoch bedeutet das nicht, dass es nicht verschiedene Auffassungen von Mode gibt, so wie bei Marlene und den Kritikern. Gabriele Katz: Marlene Dietrich. Die Kleider ihres Lebens.  Verlag Langen/Müller // 2021  320 Seiten // 24.00 Euro // Hardcover mit Abbildungen Mode ermöglichte Marlene Dietrich in verschiedene Rollen zu schlüpfen und das nicht nur für Filmrollen, wie als Lola Lola im Burlesque-Look mit Zylinder oder als die Salonsängerin Frenchy. Sie wurde auch als Kostümmodel für zahlreiche Magazine abgelichtet und erfand sich auch durch ihren facettenreichen Kleidungss

Advent, Advent, drei Lichtlein brennen!

Es ist wieder so weit. Weihnachten rückt in großen Schritten immer näher, dabei kommt es mir vor, als hätten wir gerade die erste Kerze angezündet! Mit dem Beginn der Adventszeit sind die Schaufenster und Häuser festlich geschmückt, Weihnachtslieder ertönen aus allen Lautsprechern und Plätzchen werden gebacken und verzehrt. Wenn sich nahezu unser ganzes Leben für einen Monat auf den Kopf stellt, passen wir auch unsere Lektüre den dunklen Abendstunden mit einem heissen Getränk und in eine warme Decke gewickelt (vor)lesend an.  Während wir euch in den letzten Jahren bereits einige Leseempfehlungen für die Weihnachtszeit vorgestellt haben (wir haben euch am Ende des Posts eine kleine Liste zusammengestellt), die sich natürlich auch als tolle Weihnachtsgeschenke eignen, haben wir auch heute zwei tolle Klassiker für die Weihnachtszeit mitgebracht, die in der Adventszeit nicht fehlen dürfen. Erich Kästner: Drei Männer im Schnee Meine Adventslesehighlights dieses Jahr sind zwei Klassiker der

52 Momente der Erinnerung für das neue Jahr

Alle Jahre wieder freue ich mich auf den Literaturkalender raabe + vitali. Es gibt ihn seit über 35 Jahren, von 1985 - 2005 im Arche Verlag, seit 2006 im Arche Kalender Verlag und seit 2019 in der edition momente. Nun begleitet er mich nicht seit 35 Jahren, aber schon ziemlich lange. Ich habe die Kalender immer noch einige Jahre aufbewahrt, aber dann weggetan, was mich heute sehr ärgert. Sie sind so liebevoll gemachte Erinnerungsstücke an nicht nur die Größen der Weltliteratur. Sie regen zum ständigen Neuentdecken, Wiederlesen und Erinnern an, womit wir beim diesjährigen Motto wären: Momente der Erinnerung .  Der Literaturkalender 2022. Momente der Erinnerung Hg. von Elisabeth Raabe // Gestaltet von Max Bartholl  Edition Momente // raabe + vitali // 60 Blätter // 53 Fotos, farbig // 22,00 € Unter diesem Motto möchte ich dieses Jahr einige starke, kluge und mutige Frauen daraus erwähnen. Schon auf dem Titelblatt, was auch das Kalenderblatt der ersten Maiwoche ist, sind Jane Bowles, Trum

"The never-ending ache of love and sorrow": Achilles neu erzählt

Vor genau zwei Jahren habe ich Circe von Madeline Miller gelesen. Damals wusste ich noch nicht, dass Madeline Miller bereits 2011 mit ihrem Debütroman den Orange Prize for Fiction abgeräumt hat. Nachdem mir Circe so sehr gefallen hatte, habe ich mir immer vorgenommen, auch ihren Debütroman, The Song of Achilles , zu lesen. Nun habe ich es endlich geschafft und bin noch begeisterter als vom ersten Roman. Madeline Miller: The Song of Achilles Roman // Bloomsbury Academic // Taschenbuchedition 2017 368 Seiten // 9,99 Pfund Wie der Titel des Buches bereits verrät, erzählt Madeline Miller die Heldengeschichte von Achilles nach. Als Kind des berühmten Königs Peleus und der Meeresnymphe Thetis ist Achilles noch vor seiner Geburt ein Leben als Held vorbestimmt. Dass Achilles der Aristos Achaion, der beste Grieche, sein wird, ist Patroclus von dem Moment klar, in dem er zum ersten Mal den makellosen Jungen mit dem goldenen Haar erblickt. Patroclus selbst fühlt sich viel mehr wie das Gegent