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Theater im Lockdown

"Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten" & "Einladung zum Klassentreffen" sind zwei kurzweilige Theaterstücke, die beide auf ihre Weise sehr vergnüglich sind. Während Ersteres von einem leicht verrückten Beamten erzählt, der sich am Faschings-Dienstag nicht nur über seinen Arbeitsalltag, sondern auch über sein (kaum noch existentes) Privatleben Luft macht, geht es im zweiten Stück um eine lang vergessene Freundschaft.  Martin Schörle: "Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten" & "Einladung zum Klassentreffen" Engelsdorfer Verlag // 2016  119 Seiten // 9,50 Euro  "Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten": Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, dass Fredenbek ein nicht ganz normaler Beamter ist. Sind Beamte eher dafür bekannt ihren Beruf nicht gerade zu lieben, brennt Fredenbek für seinen Beruf. Fredenbek ist der Meinung, dass ein Beamter in der Lage sein muss, "zu jedem dienstlichen Vorgang einen persön
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Agatha Christie: Man in the Brown Suit

The Man in the Brown Suit ist Agatha Christies viertes Buch. Eigentlich sieht sie sich immer noch nicht als Schriftstellerin, aber sie möchte etwas Geld verdienen: „Ich machte mich daran, wieder etwas zu schreiben, weil mir das die einzige Möglichkeit zu sein schien, ein bisschen was dazu zuverdienen. Ich dachte noch immer nicht daran aus meinem Schreiben einen Beruf zu machen.“ Der Krimi spielt größtenteils in Südafrika, dann Agatha Chrisitie war zuvor mit ihrem Mann Archie dort gewesen. Archies Freund, Major Belcher, sollte eine Ausstellung über das British Empire organisieren, die ihn um die ganze Welt führen sollte. Er überredete Archie als sein Finanzberater mitzufahren und Agatha reiste auch mit. Wieder in England beginnt Agatha Christie ihre neuen Krimi, der eigentlich "Das Geheimnis der Mühle" heissen soll. Belcher möchte unbedingt darin vorkommen, am liebsten als Mörder, weil der Mörder immer die interessanteste Figur ist. „In groben Zügen hatte ich mir die Hand

Ausflug zum Wattenmeer

Martin Stock, Tim Schröder: Wunderwelt Wattenmeer. Das Weltnaturerbe neu entdecken.  Wunderwelt Wattenmeer ist ein gutgeschriebenes und sehr informatives Buch mit großartigen Fotos, das sofort Lust macht, diese Wunderwelt zu besuchen.   Sachbuch /Bildband // Delius Klasing // 2020 Gebunden // 160 Seiten // 94 prächtige Fotos 21,5 x 24,6 cm // 19,90 Euro Endlich scheint die Sonne wieder und trotz Schnee und Kälte liegt schon etwas Frühling in der Luft. Die Vögel zwitschern morgens und die Sehnsucht nach Meer erwacht. Früher fuhr ich mehr in die südlichen Gefilden, aber schon seit vielen Jahren habe ich die eher raue Schönheit der nördlichen Meere entdeckt. Dabei hat das Wattenmeer einen ganz besonderen Reiz, mal ist es völlig versunken, mal kann man endlose wandern und immer ist es wieder anders. Und wie Tim Schröder schreibt, ist das Wattenmeer ein Lebensraum, der alle Sinne anspricht: „Obwohl es auf den ersten Blick so grau und leer erscheint, ist es doch unerhört farbenprächtig, wenn

Andreas Lehmann: Schwarz auf Weiss

Wieder hat der Karl Rauch Verlag es geschafft mich bereits mit der Cover-Gestaltung zu überzeugen. Ich wünschte alle meine Bücher würden so aussehen! Karl Rauch Verlag // 2021 176 Seiten // 20,00 Euro // Hardcover Als Martin Oppenländer erkennt wie sinnlos und monoton seine Arbeit letztlich ist, will er nicht länger von ihr abhängig sein. Kurzerhand macht er sich selbstständig. Doch die erhoffte Freiheit stellt sich nicht ein als die Welt auf einmal still steht. Da keine Aufträge hereinkommen, bleibt er in der Abhängigkeit, doch dieses mal nicht von einem Arbeitgeber, sondern vom Staat. Sein Leben scheint komplett aus den Fugen geraten zu sein, ohne Alltag mit einem Job, den er nicht ausüben kann. In dieses Chaos hinein erreicht ihn ein Anruf aus der Vergangenheit - von einer Frau, an die er sich nicht mehr erinnern kann. Als Martin ihr dies gesteht, ist sie zunächst nicht sonderlich erbaut darüber. Trotzdem ruft sie wieder an. Und während er versucht ein Bild von dieser Frau zusammen

F. Scott Fitzgerald: The Great Gatsby

Der große Gatsby hat durch die letzte Verfilmung mit Weltstars wie Leonardo Di Caprio (dessen Anlitz uns auch auf dem Cover meiner Ausgabe entgegen strahlt) und Carey Mulligan einen neuen Hype bekommen und der Track zum Film von Fergie „A Little Party Never Killed Nobody (All We Got)“ lief nicht nur die Radios rauf und runter. Da ich ja immer etwas länger brauche, um Trends und Hypes auf die Spur zu kommen (dem Color Blocking Style mal ausgenommen, den ich lieber hätte verschlafen sollen), ist der Film natürlich komplett an mir vorbeigegangen. Nahezu 8 Jahre später kam auch ich die Idee den Film anzusehen. Doch vor dem Film wollte ich natürlich den dazugehörigen Weltklassiker lesen. Reclam Verlag // Revidierte Neuausgabe 1995 // Engl. Hrsg. Susanne Lenz 264 Seiten // 6,60 Euro Da vermutlich nahezu jeder die Geschichte vom großen Gatsby in Zügen kennt, möchte ich sie hier nur kurz skizzieren. Der Protagonist Nick mietet ein Haus auf Long Island, das zufällig neben dem großen Anwesens

Hermann Hesse: Hermann Lauscher

Liebe Bücherfreunde, vor Kurzen fand ich in dem antiquarisch gekauften Hermann Lauscher von Hermann Hesse säuberliche Eintragungen über Ort und Zeit der gelesenen Kapitel, die vermutlich vom Vorbesitzer stammen. Auf dem 1. Blatt steht beispielsweise „Auf unserer H.Hesse-Gedächtnisreise Ostern 84 am 26. IV. 84 in Baselgekauft und vor dem Basler Rathaus am Abend zu lesen begonnen“ Ich bin ein großer Hesse-Fan und mag besonders seinen Hermann Lauscher sehr, viel lieber als den Peter Camenzind und die liebevollen Eintragungen in meinem Exemplar machen das Buch zu einem wahren Schatz. Der kleine Rechnungszettel liegt auch noch im Buch, leider ist die Schrift schon zu verwischt, so dass der Name der Buchhandlung nicht mehr zu entziffern ist. Im Buch enthalten ist auch die schöne, fast schon fantastische Erzählung LULU Ein Jugenderlebnis, dem Gedächtnis E.T.A. Hoffmanns gewidmet (geschrieben 1900) - also vom 23jährigen Hesse -. Diese Geschichte las der Vorbesitzer  „6.V.84 am Main gegenüber d

Dominique Manotti: Marseille.73

Argument Verlag Hamburg // 2020 // Aus dem Französischen von Iris Konopik  397 Seiten // 23,00 Euro // Harcover mit Schutzumschlag  In ihrem neuesten Politthriller entführt uns Dominique Manotti nach Marseille in das Jahr 1973. Protagonist des Romans ist wieder Kommissar Théo Daquin, der damals noch am Anfang seiner Polizeikarriere steht. Zeitlich schließt das Buch an „Schwarzes Gold“ an. In diesem Buch schildert Manotti die Ankunft des Pariser Kommissar Daquin in Südfrankreich. Obwohl der bisexuelle Daquin weiter mit der südfranzösischen Mentalität fremdelt und seine Versetzung an die französische Botschaft in Washington anstrebt, bildet er mit seinen Inspektoren Delmas und Grimbert ein eingespieltes Team. Marseille.73 ist ein typischer Manotti – siehe auch das Manotti-Porträt . Die Historikerin Manotti unternimmt mit uns wieder eine Zeitreise in ein nicht sehr ruhmreiches Kapitel der französischen Geschichte. Das Jahr 1973 ist in Frankreich geprägt durch eine Mordserie an algerische