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Piersandro Pallavicini: Atomic Dandy

Roman // Folio Verlag // 2017 // Aus dem Italienischen übersetzt von Karin Fleischanderl 
Gebunden // 349 Seiten // 24,00 €

Der Roman spielt in Italien im Jahr 2002 und in Rückblenden in den 80er Jahren. 2002 ist der Ich -Erzähler, Professor Vittorio Nuvolani, Chef einer kleinen Forschungsgruppe in der IT-Branche. Er und seine Einrichtung werden von ApfelDevelopment bezahlt, um einen superschnellen Computer mit Molekularchips zu entwickeln.
Vittorio geht es finanziell ausgezeichnet und er kann sich seine Wünsche nach teuerer Designer Mode und Möbeln, einem Ferrari und seinem Faible für die 50er Jahre leicht erfüllen. Zudem ist er mit der schönen und klugen Roberta verheiratet, die ihm alle Wünsche bis hin zur sexuellen Dreierbeziehung erfüllt.

Als Vittorios Freundin aus seinen Doktoranden-Tagen auf einer seiner Cocktailpartys auftaucht, läuft sein Leben plötzlich aus dem Ruder. Die Rückblenden erzählen von seinen unerfüllten Beziehungen, seinem Lavieren zwischen Kommunismus, Sozialismus und rechter Gesinnung sowie von seiner Suche nach sexueller Orientierung und Erfüllung. Im Hintergrund läuft das Zeitgeschehen quasi wie im Film ab: Tschernobyl-Katastrophe, Irak-Irankrieg, AIDS-Angst und das Referendum gegen Atomkraft.

Am Ende des Buches berichtet ein personaler Erzähler wie es mit Vittorio im Jahr 2009 weitergeht: Seine Frau lebt mit ihrem früheren gemeinsamen afrikanischen Liebhaber zusammen, während Vittorio immer wieder von seinen jungen afrikanischen Freunden verlassen und zum Abschied bestohlen wird. Aber für seine wissenschaftliche Leistung winkt ihm der Nobel-Preis.

Piersandro Pallavicini malt ein italienisches Sittengemälde um einen sexbesseren Professor, der in Italien als großes unkorrektes, sarkastisches Vergnügen gefeiert wurde.


Für das Rezensions-exemlpar danken wir:

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