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Irvin D. Yalom: Und Nietzsche weinte

Und Nietzsche weinte ist ein Roman, der weltweit bekannt ist und den vermutlich viele von uns im Regal stehen haben. Doch wie bei so vielen Büchern, die zu der „Die ich schon immer mal lesen wollte“-Kategorie gehören, stand es auch bei mir im Regal und jedes Mal, wenn ich daran vorbeigelaufen bin, mit dem Ausruf „Oh, das möchte ich bald lesen“ kommentiert habe. Schließlich habe ich mir ein Herz gefasst und endlich mit dem Buch begonnen. 

Original: When Nietzsche Wept (1992)
Roman // 1996 // btb Taschenbuch // Übersetzt von Udo Sträfling
18 DM // 442 Seiten // Taschenbuch 


Als Alois Breuer das erste Mal die hübsche Lou Salomé in einem Café trifft, ahnt er nichts von den weitreichenden Konsequenzen ihrer Begegnung. Nachdem die junge Frau ihn in das Café zitiert hat, bittet sie ihn um Hilfe. Ihr Bekannter und einst Vertrauter Friedrich Nietzsche leidet unter immer wiederkehrenden heftigen Kopfschmerzattacken, die es ihm unmöglich machen, ein "normales" Leben miit einem Beruf zu führen. Da Alois Breuer auch "Seelenleiden" heilt, scheint er für Lou Salomé die letzte Hoffnung auf genesung für Nietzsche. Aufgrund ihres zerütteten Verhältnis darf Nietzsche jedoch nicht wissen, dass Lou Salomé den Wiener Arzt auf ihn angesetzt hat. 
Kurzerhand lässt sich Alois Breuer überreden und emfpängt Nietzsche schließlich in seiner Wiener Arztpraxis. Nach wenigen Gesprächen ist Breuer von Nietzsches Geist und Scharfsinn begeistert und möchte dem Mann unbedingt helfen. Der junge Nietzsche ist jedoch nicht in der Lage die hohen Arztkosten Breuers zu begleichen, sodass dieser ihn zu einer Art Handel überredet. Breuer soll Nietzsches Krankheit behandeln, während Nietzsche Breuers Geist kuriert - mit einer Redethereapie. 

Wie der Titel verspricht, diskutieren Nietzsche und Doktor Breuer während ihrer Sitzungen vor allem philosophische und psychologische Fragen. Dies macht gerade den Roman aus und es ist spannend, den Experten bei ihren - zumindest hypothetischen, denn tatsächlich haben sich Nietzsche und Breuer nie kennengelernt - Debatten beiwohnen zu können. So geht es auch um das Unterbewusstsein, die Herkunft von Gedanken, und was hinter ihnen steckt. Soweit dies gerade der Reiz des Buches ist und ich definitiv einige Gedanken aus dem Buch für mich mitnehmen konnte, ziehen sich einige von Breuers und Nietzsches Debatten etwas in die Länge, sodass es auch mit 50 Seiten weniger gut hätte leben können. 

Nichtsdestotrotz ist der Roman ein Buch, dass sich aus gutem Grund auf der „Die ich schon immer mal lesen wollte“-Liste befindet. Noch mehr Gründe gibt es, den Roman zu seiner „gelesen“-Liste hinzuzufügen.

Vorgelesen von 

    Gianna

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