Direkt zum Hauptbereich

Nausikaa Lenz: Baro

[Roman]


Die Gesellschaft der Unsterblichen wird von einem mysteriösen Gift bedroht. Ein Unsterblicher kann - wie sein Name bereits besagt - nicht sterben, sein Körper erholt sich selbst von tödlichen Verletzungen, so dass er nach kurzer Zeit wieder zum Leben erwacht. Doch das Gift scheint das Blut der Unsterblichen zu verdicken, sodass er praktisch lahmgelegt wird und er sich nicht von Verletzungen erholen kann.
Wen könnte der Rat entsenden, um dem Gift auf den Grund zu gehen, wenn nicht Baro, den Dämon? Baro ist älter als die Menschheit selbst und Mitbegründer des Rates der Unsterblichen. Nachdem er von seiner Kontrahentin Serena einen versteckten Hinweis erhalten hat, macht er sich gemeinsam mit seinen Freunden Robert und Dorian auf den Weg zu einer Kirche in Neapel. Doch die drei Unsterblichen reisen nicht alleine nach Rom. Durch unglückliche Zustände begleitet sie Christa, eine Sterbliche.

Doch seine Gefühle zu der Sterblichen und der Kampf mit Serena sind nicht Baros einzigen Probleme. Seit den letzten Jahren leidet er immer unter größeren Gedächtnislücken. Es reicht so weit, dass er nicht mal mehr genau weiß, woher er eigentlich kommt, oder ob er überhaupt ein Mensch ist.
Zum Glück stehen ihm seine Freunde bei, auch wenn Robert immer misstrauischer wird. Baro scheint zunehmend den Verstand zu verlieren und etwas hinter ihren Rücken auszuhecken. Er trinkt und raucht zu viel, seine Ausbrüche werden häufiger und allgemein scheint er sich immer schwerer kontrollieren zu können.
Normalerweise versuchen Unsterbliche Besuche in Rom zu vermeiden oder verhalten sich so unauffällig wie möglich, da die Kirche möglichst nichts von der Gesellschaft erfahren sollte. Doch mit Baro, Dorian und Robert fällt man unweigerlich auf.

"Baro" ist der Debüt-Roman von Nausikaa Lenz. Als der Dichter Mitte Novmeber die dritte "Buch Berlin" besucht hat, konnte sie auf die tolle Autorin treffen und sich mit ihr unterhalten. Bei "Baro" musste sie direkt an mich denken und hat mir den kleinen Wälzer mitgebracht.
Als ich den Roman dann letztens in die Finger bekommen habe, hat mich das so schön gestaltete Cover (das übrigens von der Autorin selbst gestaltet wurde) geradzu magisch angezogen, so dass ich das Taschenbuch geradezu verschlungen habe. Nausikaa Lenz schreibt humorvoll, flüssig und sehr mitreißend. Meine Begeisterung merkt man mir wohl an, denn Baro hat mich voll und ganz in seinen Bann eingezogen. Jeder Charakter hat seine positiven Züge, aber auch seine Päckchen mit sich zu tragen. Dies entspricht nicht nur der Realität, sondern macht die einzelnen Personen auch so greifbar und nachvollziehbar.
Für mich war "Baro" ein wundervolles, spannendes Leseerlebnis und ich bin schon gespannt wie Baros Weg weiter geht.


Ver Verlag // 2014
576 Seiten // 12,95 Euro

Kommentare

  1. Das Buch klingt wirklich gut! Ich will es auf jeden Fall diesen Sommer noch lesen:)
    Ich mag Fantasie eigentlich gern, finde es aber manchmal schwierig, wenn die Handlung dann auch noch etwas die Realität verliert. Aber so klingt dieses Buch zum Glück gar nicht:)
    Wisst ihr wie viele Teile geplant sind?

    Liebe Grüße,
    Sonja von http://searchingforkitsch.blogspot.de

    AntwortenLöschen
  2. Ein ganz tolles und spannendes Buch! Bin schon gespannt auf den nächsten Teil!

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

EM-Special: Fußballkuchen

Hallo :) Dieses Mal möchten wir euch kein Buch präsentieren, sondern einen Fußballkuchen. Das Rezept haben wir von einer Freundin vom Denker bekommen, wofür wir uns hier herzlich bedanken. Aber bevor wir euch von unserem Backspaß erzählen wollen, tippen wir gegen Italien: Denker: 1:0 Dichter: 2:0  für Deutschland 

Die Sehnsucht des Vorlesers - Jean-Paul Didierlaurent

Original: Le Liseur de 6 h 27, 2014 (Roman) Guylain Vignolles hasst seinen Job. Täglich muss er als Maschinenführer die elf Tonnen schwere Bestie - den Zerstörer 500 - bedienen, die Tonnen von Büchern zerstört und in eine zähflüssige graue Masse verwandelt. Dabei liebt er Bücher, weshalb diese Tätigkeit eine Qual für ihn ist. Er selbst bezeichnet seine Aufgabe als Henkersarbeit, als Kulturmord im ganz großen Stil.  Um seinen Grundsätzen treu zu bleiben, rettet er jeden Tag beim Säubern der Maschine einige Buchseiten, die er den Fängen der Bestie entreißen kann. Die an den Messerklingen hängengebliebenen Seiten, versteckt er unter seinem Shirt und bettet sie später zwischen rosa Löschpapier. Auf seinem Weg zur Arbeit liest er auf der 20 minütigen Bahnfahrt seinen Fund des Vortags den Pendlern des Regionalzugs um 6 Uhr 27 vor. Es sind zusammenhanglose Buchseiten aus verschiedenen Büchern, doch wenn Guylain morgens seine Tasche öffnet, verstummt das Gemurmel und weicht gespa...

Suchtpotenzial: "Die Flüsse von London" - Ben Aaronovitch

Suchtpotential Original: Rivers of London (2011) Hallo ihr Lieben, mit „Die Flüsse von London“ von Ben Aaronovitch wollen wir heute die neue Kategorie Suchtpotenzial eröffnen. Hier schreiben wir über Bücher und Autoren, die uns so gut gefallen, dass wir dringend auf eine Fortsetzung hoffen, damit wir sie weiter "suchten" können ☺