Manu Causse: Die grüne Ente

Roman // Original: La 2CV verte // 2016
Droemer Taschenbuch // 2017 // aus dem Französischen von Alexandra Baisch 
299 Seiten // 14,99 Euro

Eine tuliere-grüne Ente 2CV6 E, Baujahr 1973. Das Kennzeichen ist ein sehr altes mit 2 Zahlen, 2 Buchstaben und 2 Zahlen. Eigentlich sollte die Ente am 25. März 1984 verunfallt und verschrottet worden sein, dennoch ist sie Jahrzehnte später der Neuanfang für Eric und Isaac.
Eric hat die Kontrolle über sein Leben schon seit Jahren verloren. Seine Ehe ist gescheitert, ihm fehlen die Ideen für neue Comics und er verliert langsam den Kontakt zu seinem Sohn. Isaac ist seit seiner Geburt anders als alle Kinder. Er ist Autist, für ihn zählt weder Zeit noch sonst irgendetwas.
Als Erics Onkel Georges verstirbt, vermacht er ihm die grüne Ente Titine, die er Erics Eltern zur Hochzeit geschenkt hat. Spontan packt Eric seinen Sohn und begiebt sich auf eine kuriose Reise mit dem Geist seines Onkels und der Katze Sphinx auf der Rückbank.

Als ich mit meiner Schwester einen Tagestrip nach Frankfurt an der Oder gemacht habe, konnte ich es mir nicht nehmen lassen in einer Shoppingmall eine Buchhandlung zu besuchen. Dort stieß ich auf das tolle Cover und auch der Klappentext hat mich begeistert, sodass ich mir Die grüne Ente sofort kaufte.

Dieser Roman ist für mich ein Beispiel, dass der Klappentext nur selten mit der tatsächlichen Handlung eines Buches übereinstimmt. Schon die Überschrift "Die fabelhafte Reise einer grünen Ente" schien für mich die Flucht von Eric und Isaac in den Mittelpunkt zu stellen, doch tatsächlich geht die Reise der Ente erst nach gefühlten 200 Seiten los. Auch die Kritik von Livres Hebdo: "Ein großartiges Roadmovie - zauberhaft poetisch erzählt und humorvoll zugleich." kann ich nicht nachvollziehen, denn wo die Geschichte humorvoll sein soll, kann ich kaum erkennen.
Ich musste mich zeitweise dazu zwingen weiterzulesen und habe auch einige Seiten eher überflogen. Mich hat lediglich das "kleine Wunder", das auf dem Klappentext angekündigt wurde, dazu bewogen das Buch bis zum Ende zu lesen.
Dabei hatte das Buch so gut angefangen und das erste Kapitel versprach so viel mehr. Der zu Beginn so erfrischend abwechslungsreiche Erzählstil machte es mir auf Dauer schwer der Handlung zu folgen, da sich Autor Manu Causse immer wieder in Ausschweifungen verirrte, die für mich nicht wirklich handlungsdienlich schienen. Erst zum Ende hin auf den letzten 70 bis 100 Seiten schien sich das Buch für mich wieder zu bessern, wobei ich das Ende nicht gänzlich nachvollziehen konnte. Auch die Katze Sphinx bleibt mir ein Rätsel. Ist sie eine reale Katze oder nicht? Wer ist sie wirklich? Und warum ist sie da?
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich mir der Roman nicht ganz erschlossen hat, wobei mir der Erzählstil langgesehen zu ausufernd war.



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Blutiger Sommer mit Pendragon

Favourites für den Sommer I

Naira Gelaschwili: Ich fahre nach Madrid