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David Le Breton: Lob des Gehens

„Die Welt ist eine Kugel, und wenn man sie langsam umrundet, kommt man irgendwann am Ausgangspunkt wieder an, bereit für eine neue Reise.“

Philosophische Essays zum Gehen // Matthes & Seitz // 2013 
Übersetzt aus dem Französischen von Milena Adam // 
Paperback 016 // 151 Seiten // 10 Euro 

In alten Reiseberichten lesen, selber Reisetagebücher schreiben, ist für mich ein großen Vergnügen. Ich liebe es auch Menschen literarisch auf ihren Reisen zu begleiten und David Le Breton scheinbar auch, denn er hat viele der großen Reiseschriftsteller gelesen und zitiert sie auch. So reise ich in Lob des Gehens mit Davis Le Breton und vielen andern wie Thoreau, Nietzsche und Patrick Leigh Fermor. Aber ich kann mich auch von den Eindrücken von für mich vertrauten Freunden wie Walter Benjamin, Bruce Chatwin, dessen Traumpfade oder In Patagonien mich schon sehr früh in fremde Länder führten, oder Robert Louis Stevenson, der alle zu Schatzsuchern machte, in andere Welten versetzen lassen. 


Breton schreibt unter Überschriften wie Der Geschmack des Gehens, Grenzgänger, Urbanes gehen und Die Spiritualität des Gehens quasi viele kurze Essays zu mit den mit der klimafreundlichsten Art der Fortbewegung verbundenen Gedanken, die den eigenen Horizont erweitern. So muss man das Buch nicht von Anfang bis Ende durchlesen, ich habe mir jeden Abend ein Kapitel herausgepickt. Und natürlich mit „Die Reise aufschreiben begonnen“. Und ich kann Breton ganz zustimmen, wenn er das Aufschreiben der Erinnerungen als Methode ansieht, mit der man der Zeit entfliehen kann. Das wieder in den alten Erinnerungen Schwelgen ist ein wunderbar romantisches nostalgisches Gefühl für mich, wenn auch meine Phantasie oftmals einiges dabei verklärt. Er vermittelt uns die Welt und die Schönheit der Natur, philosophisch, meditativ und gelassen, denn: 
„Wir machen keine Reise, die Reise macht uns, macht uns los, erfindet uns neu.“

Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit werden vorausgesetzt, da die Erde eher für die Füße als für die Reifen geschaffen ist. Und so müssen wir wieder lernen unseren Körper einzusetzen.
„Eines ist sicher: Der Mensch, der zu Fuß geht, hat selten die Arroganz des Autofahrers oder desjenigen, der in einen Zug oder ein Flugzeug steigt, denn verbleibt er immer auf der Höhe des Menschen, er spürt mit jedem Schritt die Unebenheit der Welt und die Notwendigkeit, denjenigen, die seinen Weg kreuzen, freundlich zu begegnen."

Die Welt ist eine Kugel, und wenn man sie langsam umrundet, kommt man irgendwann am Ausgangspunkt wieder an, bereit für eine neue Reise.


Wir danken Matthes & Seitz für das Rezensionsexemplar.

Kommentare

  1. Habe mir das Buch gekauft, da Gehen meine Leidenschaft ist. Das Buch ist auch sehr leicht, da kann man damit in ein Café gehen oder ein Stück bis zum Rhein, und dort weiterlesen. Liebe Grüße Uschi

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