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Almuth Heuner (Hrsg.): Zechen, Zoff und Zuckerwerk

Prolibris Verlag // 2018
196 Seiten //  12,00 Euro // Taschenbuch
Liebe Weihnachtsfreunde oder auch Weihnachtsmuffel,

wie schon im letzten Jahr mit Killer, Kerzen, Currywurst (Prolibris 2017) unterhält uns Herausgeberin Almuth Heuner auch dieses Jahr wieder mit lustigen, bösen und satirischen Weihnachtskrimis um verkleidete Weihnachtsmänner, die Weihnachtsgeschichte und viele Weihnachtswunder. Da wird im  Pott wieder 14 mal gelogen, betrogen und gemordet und das Alles in der schönsten und besinnlichsten Zeit des Jahres.

Den Auftakt gibt Almuth Heuner selber mit Schwarzes Erbe, einer Familientragödie, die auf der Zeche und unter Tage spielt. Und da ich vor ein paar Jahren mal im Förderkorb ca. 700 Meter einfahren durfte, konnte ich mir die Arbeitswelt der Kumpels gut vorstellen. Karr & Wehners Weihnachtskrimi An Tagen wie diesen spielt in einer Dönerbude. Während Driver & Manni dort jeden Tag abhängen und den Adventskalender plündern, machen sie einen tollkühnen Plan, den Drogenkurieren von gegenüber ihr Geld abzunehmen. Christiane Scharenberg erzählt in Die besondere Bescherung davon, wie die Ich-Erzählerin mit dem geistig und körperlich schwer behinderten Christian auf den Heiligen zulebt, von dem sie die große Erlösung erhofft.

Christiane Dieckerhoff erzählt in Oer-Enkeltrick davon, wie der kleine Gauner Erkki als Weihnachtsmann verkleidet alte Omas ausnehmen will und in Der grosse Beschiss von Klaus Stickelbroeck will es der Weihnachtsmann, dem 35 Jahre Arbeit unter Tage die halbe Lunge weggefressen hat, noch einmal so richtig krachen lassen. Arnd Federspiel interpretiert in Bongarts Weihnachten die Weihnachtsgeschichte neu und rettet Maria und ihr Kind fliegend vor den Verfolgern. Bei Christiane Bogenstahl geht es in Die Kinder von St. Nikolaus psychomäßig zu, als die thematische Jana von ihrem Freund und dessen Mutter zu "Besserungszwecken" entführt wird.

In Ein Freundschaftsdienst ist Gesine Schulz tief in die "Ruhrpottmentalität" eingetaucht. Melanie und ihr Hund entlarven die Täter eines Café-Überfalls, die aber gar nicht so böse sind. Die Weihnachtsaffäre von Klaus Märkert berichtet von der Affäre mit Tessa und ihrem Lieblingslied "Last Christmas"und in Sieben von Ursula Sternberg läßt Micha auch nach 15 Jahren die tragische Geschichte mit ihren Freunden nicht los.

Mischa Bach schreibt in Kerzenzauber über ein vermutliches Sprengstoffattentat während einer Weihnachtsauktion. Um einen Mod in einer Strebergartenkolonnie geht es bei Vanillekipferl von Rosemarie Müller, während  Peter Märkert in Der dunkle Keller Angstphantasien zum Leben erweckt. Herbert Knorr lehrt einen das Gruseln mit Evelyn, die erst den Weihnachtsmann und dann auch noch den Tatortreiniger umbringt.

Und die Schauplätze der Ruhrpott-Weihnachtskrimis sind natürlich Recklinghausen, Dortmund, Duisburg, Oer-Erkenschwick, Bottrop und Oberhausen, Mülheim, Wattenscheid, Essen-Südviertel, Witten, Essen-Mitte, Oberhausen, Bochum und Gelsenkirchen.


Für das Rezensionsexemplar danken wir dem Prolibris Verlag.









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