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Kalter Schuss ins Herz - Wallace Stroby

Krimi // Original: Cold Shot to the Heart // 2011 
Pendragon Verlag // 2015 // Aus dem Amerikanischen übersetzt und mit einem Nachwort von Alf Mayer

Seiten 352 // 15,99 Euro // Klappenbroschur 

Crissa Stone ist eine Berufsverbrecherin. In Gruppen von drei bis vier Profis bereitet sie einen Überfall vor und verschwindet genau so schnell wie sie gekommen ist - nur um einige tausende Euros reicher. Noch nie ist ein Job schief gelaufen, denn Crissa wählt mit Hilfe ihres Vermittlers Hector ihre Arbeit sorgfältig aus. 

Nach einem enttäuschenden Geschäft bekommt sie einen Job von einem alten Bekannten, den sie nicht ablehnen kann. Es handelt sich um eine kleine Pokerrunde, bei der mehrere Millionen im Topf sein sollen. Die Arbeit scheint einfach und unkompliziert zu sein und das mit einem großen Gewinn. Hinzu kommt ihr Liebhaber Wayne, der in Texas inhaftiert ist, und nur ein überteuerter Anwalt ihn anscheinend befreien kann. 

Der Überfall ist geplant und scheint genau so einfach zu sein wie vorgestellt, doch plötzlich eskaliert die Situation und einer der Pokerspieler wird tödlich verwundet. Und nicht nur das, auch der Profit scheint um vieles geringer zu sein als versprochen. 

Doch das ist nicht Crissas einziges Problem. Zurück in Jersey erfährt sie, dass der Tote der Schwager eines wichtigen Gangsterbosses war, der den Tod nicht auf sich sitzen lässt. Er beauftragt den gerade freigekommenen Killer Eddie der Heilige, seine Familie zu rächen. Als Crissa versucht unterzutauchen, ist es schon zu spät: Eddie weiß genau, wie er sie bezwingen kann und sie erkennt, dass es nur einen Ausweg geben kann. 

Bevor die Geschichte beginnt, hat Wallace Stroby noch eine kleine Nachricht hinterlassen. In dieser Botschaft beschreibt er Crissa Stone als etwas ganz Besonderes. Und ich muss ihm zustimmen. Schon lange habe ich keine so tolle Protagonistin erlebt, die sich in der von Männern dominierten Branche durchsetzt und zugleich so viele Emotionen zeigt. Für mich ist sie eine Art Heldin. Selbstverständlich möchte ich damit nicht ihre kriminellen Machenschaften beschönigen, doch ist sie schlicht das, was Stroby so gut in einem Satz verpacken konnte, etwas ganz besonderes. 

Nachdem ich schon seit längerer Zeit keinen Krimi mehr gelesen habe, freute ich mich natürlich um so mehr auf das erste Abenteuer von Chrissa Stone. Seit Wayne in Texas bei einem Überfall geschnappt wurde, arbeitet sie alleine weiter. Natürlich hat sie das Ziel, ihn  so schnell wie möglich aus dem Gefängnis zu holen, weshalb sie einen Job annimmt, den sie unter normalen Umständen niemals angenommen hätte. Gerade weil alles so unkompliziert wirkt, ist Crissa misstrauisch. Doch weil die Teilnehmer des Überfalls ihr bereits als zuverlässige Profis bekannt sind und wegen Wayne, nimmt sie das Jobangebot an. 

Ihre Kollegen bei der Pokerrunde sind Stimmer und Chance. Vor allem Chance war mir auf Anhieb sympathisch und ich habe mich jedes Mal gefreut, wenn ich ihn wieder treffen durfte. Wie Crissa ist er mit Wayne befreundet und hilft Crissa aus der Patsche. Die beiden waren für mich ein gutes Team, mit Wayne an ihrer Seite würden sie bestimmt jede noch so komplexe Sicherheitsvorkehrung überwinden können. 

Doch neben ihrer Arbeit ist da noch Crissas Tochter, die bei ihrer Cousine aufwächst. Es wird nur wenig über Crissas Vergangenheit berichtet, doch schien es für die junge Frau keineswegs einfach gewesen zu sein. Nach einem Besuch bei ihr, ist Crissa aufgelöst und man merkt, dass sie den Verlust ihres Kindes nicht verkraftet hat.

Während wir überwiegend Crissa auf ihrem Weg begleiten, werden auch viele Passagen von Eddie dem Heiligen erzählt. Eddie ist gerade aus dem Gefängnis gekommen und versucht nun wieder zu Geld zu kommen. Der Auftrag, den der Gangsterboss ihm überträgt, scheint da gerade gelegen zu sein. 
Zu Beginn mochte ich auch Eddie, ich konnte seine Lage verstehen. Vor allem sein Freund Terry, der versucht aus seinem Leben etwas zu machen, tut mir leid. Denn Eddie zieht ihn wieder in den Strudel, aus dem er gekommen ist. Im Laufe des Buches nahm meine Sympathie verständlicherweise ab und eine Person sagte genau das richtige über den Heiligen: "Er ist matto, durch geknallt." Alles, was er will, ist das Geld, denn er traut niemandem mehr und scheint wirklich durchzudrehen. 

Der Schreibstil von Wallace Stroby passt perfekt zur Handlung. Er beschreibt nicht jede Gefühlshandlung mit tausenden von Adjektiven und doch schafft er es, dem Leser Emotionen zu vermitteln. Auch wenn Crissa ein Profi ist, ist sie doch nur ein Mensch. Von Beginn an ist es spannend und ich konnte nicht aufhören zu lesen. 
Es war ein großer Lesespaß Crissa begleiten zu dürfen und ich freue mich auf die nächsten Teile. 



Für das Rezensionsexemplar danken wir: 

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