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Tobias Schwartz, Virginia Woolf: Bloomsbury Freshwater

Roman // AvivA Verlag // 2017 //
Übersetzt von Tobias Schwarz // Mit einem Nachwort von Klaus Reichert //
144 Seiten // 18,00 Euro // Gebunden //

Im viktorianischen Zeitalter gab es eine kleine Künstlerkolonie im Küstenort Freshwater auf der Isle of Wight. Als ich dieses Frühjahr die Insel zum ersten Mal besuchte war Bloomsbury Freshwater natürlich die perfekte Urlaubslektüre. Kern des Buches ist Virginia Woolfs Theaterstück Freshwater, eine kurze Komödie die erstmals 1935 im Atelier von Virginias  Schwester Vanessa Bell mit Familien- und Mitgliedern der Bloomsbury Gruppe vor Freunden aufgeführt wurde.

Das Stück spielt in der Künstlerkolonie, die Virginias Großtante, die berühmte Fotografien Margret Cameron auf Freshwater gründete. Im Stück verlässt  die junge Frau des englischen Malers und Bildhauers George Frederic Watts ihren Mann um mit einem Marineoffizier durchzubrennen. Während der kurzen Handlung versucht der Poeta Laureatus, der viktorianische Dichter Alfred Tennyson, vergeblich aus seinem Werk Maud vorzutragen, während Mrs. Cameron versucht ihrem Mann die Haare zu schneiden. Der wiederum wartete ungeduldig auf die Ankunft der bestellten Särge, um damit nach Indien zurückkehren zu können.

Das ganze Stück ist sehr komisch und abgedreht und Virginia nennt es klamaukig, obwohl es auf wahren Ereignissen beruht. Am Ende stülpt sich Virginia einen Eselskopf über wie in Shakespeares Sommernachtstraum.

Tobias Schwartz hat Freshwater als Teil II. in den Mittelpunkt seines Stücks Bloomsbury gestellt. In Teil I. Bloomsbury versucht Virginia Woolf in der 1. Szene einer BBC-Reporterin ein Interview zu geben, wird aber immer wieder unterbrochen. Die 2. Szene handelt vom Premierensmalltalk und in der 3. Szene hält Virginia Woolf eine Ansprache an ihre Gäste. Es folgt II. Freshwater, Virginia Woolfs Komödie. Ihr fügt Tobias Schwartz mit "Epilog auf einer Wolke" einen III. Teil an.

Die Informationen in den von Tobias Schwartz geschriebenen Teilen stammen aus Virginia Woolfs Tagebuchaufzeichnungen und anderen Materialien. Alle Teile gehen sehr gut ineinander über und geben einen tollen Einblick in Virginias Leben und die Bloomsbury Gruppe. Der lustige, etwas absonderliche Ton von Freswater ist perfekt getroffen. Auch im anschließenden Essay von Virginia Woolf portraitiert sie ihre Großtante Margret Cameron lustig und aufs liebevollste verzerrt.

Die richtige literarische Einordnung gibt Virginia Woolf Spezialist Klaus Reichert in seinem Nachwort. Alle Teile des Buches fügen sich zu einem geschlossenen Beitrag zusammen, die Virginia Woolfs humorvolle Seite zeigen.


Für das Rezension-exemplar danken wir: 


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