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Dawit Kldiaschwili: Samanischwilis Stiefmutter

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Roman // Dörlemann Verlag // 2018 // Deutsche Erstübersetzung 
Aus dem Georgischen übersetzt und mit einem Nachwort von Rachel Gratzfeld 
Leinen mit Leseband // 160 Seiten // 20,00 Euro // eBook 14,99 Euro

 "Vor westlichen Lesern und Leserinnen breitet Samanischwilis Stiefmutter eine fremde, wundersame und wunderliche Welt aus. All diese Figuren sind fürstlicher Abstammung, doch ihr Leben ist alles andere als fürstlich, außer ihrem Namen (und ihrem Dünkel) haben sie nichts." schreibt die Übersetzerin Rachel Gratzfeld in ihrem großartigem und sehr informativem Nachwort. Und tatsächlich ist Kldiaschwilis Roman ein "lebendiges Porträt georgischer Mentalität und Seelenverfassung" wie Gratzfeld schreibt.

Erzählt wird die tragisch-komische Geschichte von Platon Samanischwili, der für seinen alten, aber noch rüstigen Vater nach dem Tod seiner Mutter eine Frau finden soll. Sein Vater, Bekina Samanischwili, ist ein verarmter, aber dünkelhafter Landadliger, der unbedingt wiede…

Julia Stagg: Monsieur Papon oder ein Dorf steht Kopf

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Roman // Dtv Verlag // 2017
496 Seiten // 11,95 Euro // Paperback
Als die alte Auberger von einem von einem jungen englischen Paar, Lorna und Paul gekauft wird, geraten die Einwohner in große Unruhe. Wie wollen sie als Schulköchin und Elektriker eine typische französische Auberger führen? Die Einwohner sehen ihr tägliches Mittagessen in Gefahr, die Gemeinde ihre Steuereinnahmen, denn ein schlecht besuchte Auberger kann keine Steuern zahlen und der Bürgermeister, Serge Papon, hat seine eignen Pläne mit der Auberger. Sollte nicht sein Schwager die Auberger übernehmen?

Der listige und machtgierige Papon setzt alle Mittel ein, um die Engländer schnell wieder los zu werden. Er hintergeht seine Stellvertreter, manipuliert den Gemeinderat, läßt notfalls auch einen preisgekrönten Stier von der Koppel frei. Da hat er allerdings die Rechnung ohne die Dorfbewohner gemacht, die Papons Machtspielchen schon lange Leid sind. Sich allerdings auch vor Papons Rachegelüsten fürchten.

Monsieur Papon oder…

Dominique Manotti

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Hallo Ihr Lieben,
heute präsentiert Euch Ernesto vom Butzelwald ein tolles Porträt der vielfach gekrönten französischen Kriminalautorin Dominique Manotti, deren Krimis wir sehr lieben.
Viel Spaß bei der Lektüre!
Dominique Manotti  Die in Paris geborene Historikerin Marie-Noelle Thibault schreibt unter dem Pseudonym Dominique Manotti (www.dominiquemanotti.com) Kriminalromane. Sie hat an verschiedenen Pariser Universitäten Wirtschaftsgeschichte der Neuzeit gelehrt. Erst im Alter von über 50 Jahren – angeregt durch die Lektüre von James Ellroys LA Confidential - wechselte sie das Metier und 1995 erschien ihr erster Kriminalroman Sombre Sentier – Hartes Pflaster. Seither hat sie insgesamt acht Bücher veröffentlicht, von denen vier in Deutschland herausgebracht wurden. Ihr neustes Buch L´Honorable Societe (bisher nicht als deutsche Ausgabe erschienen) hat sie gemeinsam mit dem französischen Autor DOA geschrieben.
Ihre Krimis sind mehrfach preisgekrönt. Einschlägig Bekannt wurde im Jahr 2010…

Robert B. Parker hoch 2: Raues Wetter und Trügerisches Bild

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Hallo, ihr Lieben!

Wir hatten schon immer die Idee, dass wir beide ein Buch gemeinsam besprechen sollten. Zwei unterschiedliche Blickwinkel sind immer spannend und würde vielleicht auch euch interessieren. Doch dazu sind wir leider nie richtig gekommen, denn wir tauschen uns immer über die Bücher aus, die wir gerade lesen und ich - Gianna - muss gestehen, dass ich dabei auch häufig den Plot oder ähnliches verrate. Häufig denke ich mir, dass ich die Bücher des anderen auch mal lesen sollte, doch dann landen sie auf meinem SuB und ich vergesse sie so lange, bis der Beitrag über das Buch bereits hier online ist. Bis wir dies geschafft haben, wird es wohl noch ein sehr langes Langzeitprojekt sein.
Heute haben wir zwar diese Aufgabe nicht erfüllt, aber wir haben beide einen Krimi von der gleichen Reihe gelesen. Wir haben unsere Besprechungen zu den Krimis unabhängig voneinander verfasst, sodass wir uns an manchen Stellen möglicherweise überschneiden. Doch ich möchte euch nicht länger auf …

Ralf Günther: Als Bach nach Dresden kam

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Roman // Kindler // 2018 // Mit einem Nachwort von Jan Katzschke
Hardcover // 160 Seiten // 16,00 €

Liebe Bücherfreunde,

da mir schon Die Badende von Moritzburg so gut gefallen hat (die Rezension findet ihr hier), habe ich mich schon sehr auf den neuen Ralf Günther gefreut und er ist wieder großartig. Wie schon die Begegnung der jungen Clara mit dem Maler Ernst Ludwig Kirchner und dem Künstlerkreis "Die Brücke" erzählt Günther wiederum mit leichter Hand, diesmal vom grandiosen "Tastenduell" in Dresden.

Es ist September 1717 und im Mittelpunkt steht der Belgier Jean Baptiste Volumier, Konzertmeister und Direktor der französischen Hofkapelle August des Starken, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, in Dresden. Als sich der berühmt französische Musiker Louis Marchand wegen zahlreicher Affären und Skandale  mit Ludwig dem XIV entzweit und praktisch vom Hof fliehen muss, soll Volumier ihn in Augusts Auftrag nach Dresden holen. Die schöngeistige Welt hält Marchand für…

Ulrike Schweikert: Die Charité

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Roman // Rowohlt Polaris // 2018
494 Seiten // 14,99 Euro // Paperback

Der Roman beginnt 1831 als die Cholera Epidemie Berlin erreicht. Es gibt kein Mittel gegen die Cholera und so sterben trotz der Bemühungen der Ärzte viele, bis die Krankheit so plötzlich wie sie gekommen ist auch wieder verschwindet. Im Mittelpunkt des Buches steht die wahre Geschichte des berühmten Arztes Dieffenbach, dem Ulrike Schweikert drei ungewöhnliche Frauen zur Seite gestellt hat. Jede leistet auf ihre Art große Verdienste um die Charité und die Medizin:

Persönliche Ereignisse führen dazu, dass die erfahrene und angesehene Hebamme Martha ihren Beruf aufgibt um im Totenhaus Leichen zu sezieren. Dank ihres wachsenden anatomisches Wissens und ihre gewissenhafte Arbeit stellt sie der Medizin hervorragende Präparate als Lern- und Anschauungsobjekte zu Verfügung.
Die junge Pflegerin Elisabeth gehört mit ihrer großen Einfühlsamkeit und liebe zur Medizin zu einem neuen Typ Pflegerin. Da sie sich im Kreis der groben…

Stefanie Gregg: Der Duft nach Weiß

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Roman // Pendragon Verlag // 2018
320 Seiten // 10 Euro

Als wir schon dachten, dass wir nun gehen dürften, fragte er doch noch etwas: „Und der Vater? Dessen Namen fehlt mir noch.“
Ich blickte auf. Das war eine ganz ungeheuerliche Frage. Ich hatte nie in meinem Leben gewagt, diese Frage zu stellen. Natürlich, ich musste einen Vater haben, so viel war mir klar, aber ebenso klar war mir, dass ich absolut nicht danach fragen konnte.
Baba warf mir einen unsicheren Blick zu, sah dann wieder den Direktor an und schüttelte einfach nur den Kopf. „Unbekannt?“, fragte er leise. Und Baba nickte erleichtert.
Er notierte sich etwas und in mir breitete sich ein ungeheures Gefühl von Schande aus.
Die Mutter in Deutschland.
Der Vater unbekannt.

Anelija wächst mit ihrer Baba und Baba Milena in einem kleinen Dorf in Bulgarien auf. Ihre Babas arbeiten hart auf dem Feld und das Haus hat gerade so Platz für drei Leute, doch sie sind zufrieden und müssen, auch wenn sie sparen, nie hungern. Dennoch hat es Anelija…