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Es werden Posts vom Februar, 2020 angezeigt.

Peter Bürger: Sidi Ifni oder Begegnung in der Fremde

Roman // Conte // 2019 //
Paperback // 244 Seiten // 16,00 Euro
Der Ich-Erzähler, ein Schweizer Schriftsteller und Musiker kommt nach Sidi Ifni und ist schnell von der marokkanischen Küstenstadt bezaubert. Es gefällt ihm dort so gut, dass er ein Haus mietet, um dort auf unbestimmte Zeit zu wohnen. Er wandert umher und beobachtet die Menschen und das Leben in Sidi Ifni. Durch die Schweizerin Nora und ihren marokkanischen Mann Ishem lernt er viele Marokkaner und dort hängen gebliebene Ausländern kennen. Er erfährt auch viel über das frühere Nomadengebiet und sie diskutieren immer wieder über die Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten der Kulturen. Die Klischees werden vor allem an Noras und Ishems Ehe deutlich, die sich zwar lieben, ihre kulturelle Verschiedenheit aber nicht überwinden können.

Der Ich-Erzähler lässt die Dinge geschehen, wie sie geschehen und glaubt daran, dass sich alles nach und nach ergibt. Er möchte seine Sinne ein- und seinen Geist ausschalten:

Mein Gehirn denkt nur, w…

Anne Brontë: Agnes Grey

Roman // dtv // 2014 // Originalausgabe: Agnes Grey, London 1847 
Neu übersetzt und mit einem Nachwort von Michaela Meßner
Paperback // 320 Seiten // 8,90 Euro //
Anne Brontë war das jüngste von sechs Pfarrkindern, von denen nur ihre Schwestern Charlotte und Emily sowie ihr Bruder Bramwell überlebten. Annes Mutter starb früh und die Kinder waren sich weitgehend selber überlassen. In ihrem ersten Roman Agnes Grey verarbeitet Anne ihre Erfahrungen als Gouvernante. Dabei ist ihre Heldin auch eine Pfarrerstochter mit einer älteren Schwester. Agnes Familie ist unverschuldet in finanzielle Not gekommen. Um zum Familieneinkommen beizutragen und dem abgeschiedenen Dorf in Nordengland zu entfliehen, beschließt Agnes zuerst gegen den Willen der Familie als Gouvernante zu arbeiten.

Agnes Mutter, aus angesehener Familie stammend, aber nach der Heirat mit einem einfachen Pfarrer verstoßen, gibt ihre umfangreiche Bildung und ihre strengen Ansichten über Anstand und christliche Nächstenliebe an ihre T…

JP Delaney: Believe Me

Liebe Bücherwürmer,

heute habe ich für euch mal ein etwas anderes Format vorbereitet. Als ich das letzte Jahr in Büchern habe Revue passieren lassen, ist mir erst bewusst geworden, wie viele gelesen Bücher ich diesem Blog eigentlich verschwiegen habe. Der Grund dafür ist, dass ich nach nun fast vier Jahren Rezensionen nahezu immer im gleichen Muster verfasst habe. Nun habe ich mich dazu entschlossen, euch meine gelesen Bücher nicht direkt vorzustellen, sondern eher ein Gespräch über Gedanken, die mir beim lesen oder nachherigem Reflektieren aufgekommen sind, zu führen und möglicherweise auch Verbindungen mit anderen Büchern herzustellen. Ich bin gespannt, wie es euch gefällt!

JP Delaney ist das Pseudonym eines Bestseller-Autors, der unerkannt bleiben möchte. Nachdem ich seinen zweiten Thriller Believe Me gelesen habe, frage ich mich doch, wer hinter JP Delaney steht - dass der Autor begabt ist, merkt man nämlich sofort. Es gibt viele Twists in der Handlung, ohne dass Delaney viele Ha…

Nancy Mitford: Christmas Pudding

Roman // Penguin Random House UK // 2018
First published by Thornton Butterworth 1932
186 Seiten // 8,99 Britische Pfund

Hallo Ihr Lieben,

zu Weihnachten bekam ich die englische Ausgabe "Christmas Pudding" geschenkt, die wunderschön aussieht, hervorragend in der Hand liegt und einfach großartig ist. Es gibt zwei Parallelstränge, die sich immer wieder überschneiden: Die traditionelle Weihnachtsfeier auf dem ländlichen Anwesen Lady Bobbins Compton Bobbin in Gloucestershire und die eher "swinging London" Weihnachtsparty der Ex-Kurtisane Amabelle Fortescue in einem extra für Weihnachten gemieteten Haus in der Nachbarschaft.

Das Bindeglied der völlig gegensätzlichen Weihnachtsgesellschaften ist der junge Schriftsteller Paul Fotheringay. Paul hat gerade sein erstes Buch veröffentlich, was von den Kritikern als komischtes Buch des Jahres gefeiert wird, von Paul aber seriös und melodramatisch gemeint war. Paul sieht seine kurze Karriere als schon beendet an, da gibt ihm Amab…