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Dominique Manotti: Marseille.73

Argument Verlag Hamburg // 2020 // Aus dem Französischen von Iris Konopik 
397 Seiten // 23,00 Euro // Harcover mit Schutzumschlag 


In ihrem neuesten Politthriller entführt uns Dominique Manotti nach Marseille in das Jahr 1973. Protagonist des Romans ist wieder Kommissar Théo Daquin, der damals noch am Anfang seiner Polizeikarriere steht. Zeitlich schließt das Buch an „Schwarzes Gold“ an. In diesem Buch schildert Manotti die Ankunft des Pariser Kommissar Daquin in Südfrankreich. Obwohl der bisexuelle Daquin weiter mit der südfranzösischen Mentalität fremdelt und seine Versetzung an die französische Botschaft in Washington anstrebt, bildet er mit seinen Inspektoren Delmas und Grimbert ein eingespieltes Team.

Marseille.73 ist ein typischer Manotti – siehe auch das Manotti-Porträt. Die Historikerin Manotti unternimmt mit uns wieder eine Zeitreise in ein nicht sehr ruhmreiches Kapitel der französischen Geschichte. Das Jahr 1973 ist in Frankreich geprägt durch eine Mordserie an algerischen Migranten. Insgesamt ca. 50 Menschen werden ermordet, der Schwerpunkt der Taten befindet sich in Marseille. Hierin tief verstrickt ist die französische Polizei, in der sich ein Netzwerk der nach der Unabhängigkeit Algeriens im Jahre 1962 nach Frankreich zugekehrten französischen Siedler, der sog. Pieds-Noir, etabliert hat.

Manotti verlangt ihren Lesern wieder einiges an Aufmerksamkeit ab, damit sie den manchmal verschlungenen Pfaden der Affäre folgen können. Ein beigefügtes Glossar ist hier ebenfalls sehr hilfreich. Entschädigt werden sie mit einem spannungsreichen, meist mit großem Erzähltempo und wechselnden Erzählperspektiven vorgetragenen Roman. Zeitgeschichte und Spannungslektüre in einem! Allerdings nichts für zarte Gemüter.


Wir danken dem Argument Verlag für das Rezensionsexemplar. 


Vorgelesen von 

        Ernesto vom Butzelwald

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