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Tracy Chevalier: Violet

Tracy Chevalier hat mich schon mit Das Mädchen mit den Perlenohrringen und Das Mädchen mit den funkelnden Augen sehr begeistert und auch Violet ist großartig.

Roman // Original: A Single Thread 2019
Atlantik // 2020 // Übersetzt von Anne Rademacher 
Paperback // 352 Seiten // 16,00 Euro

Der Roman spielt 1932 in England und die Menschen leiden noch unter den Folgen des 1. Weltkriegs. Die Hauptperson, Violet Speedwell, hat ihren Verlobten und einen Bruder im Krieg verloren und fühlt sich als "alte Jungfer" für die es keinen Mann und kein Glück gibt. Seit dem auch noch ihr Vater gestorben ist, verschlechtert sich die angespannte Situation zwischen Violet und ihrer Mutter so stark, dass Violet beschließt auf eigenen Füßen zu stehen. Sie zieht nach Winchester und arbeitet für einen Hungerlohn als Sekretärin, der noch nicht einmal für regelmäßiges Essen reicht.

Zum Glück trifft Violet auf eine  Gruppe von Frauen, die wunderschöne Stickereien für die Kathedrale anfertigen. Hier lernt sie schnell sticken und findet Freundinnen. Und auch Arthur, der Glöckner, hilft Violet neunen Lebensmut zu gewinnen. Durch ihn interessiert sich Violet wieder für das politische Geschehen und lernt viel über die Kunst des Glockenläutens.

Violet ist ein hoffnungsvolles Buch über neue Anfänge und das Glück von Freundschaften. Auf der anderen Seite zeigt Tracy Chevalier aber auch die Engstirnigkeit und Hartherzigkeit der Menschen, die betroffen macht. So werden zwei lesbische Stickerin von der Gemeinschaft und ihren Familien geächtet, verlieren ihre Arbeit und müssen die Stadt verlassen. Und auch Violets und Arthurs Freundschaft steht unter keinem guten Stern, da Arthur noch mit seiner kranken Frau verheiratet ist.

Violet ist ein eindringliches und packendes Buch, dass zeigt wie viel schöner und leichter das Leben wäre, wenn die Menschen etwas großherziger und toleranter wären.


Wir danken dem Atlantik Verlag für das Rezensionsexemplar

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