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Britta Röder: Die Buchwanderer

Roman // Acabus Verlag // erste Auflage 2011
212 Seiten // 13,90 Euro // Paperback

Alles begann mit dieser einen Begegnung. Als Ron die Frau mit den smaragdgrünen Augen sieht, ist es für ihn Liebe auf den ersten Blick. Er vergisst alles um sich herum und somit auch das Treffen mit seinem Cousin Magus, denn eines ist für ihn klar, er muss diese Frau kennenlernen. So folgt er der Unbekannten durch die Stadt bis zur Bibliothek, wo sie plötzlich spurlos verschwindet. Doch sie scheint etwas hinterlassen zu haben, auf dem Boden liegt ein Buch. Ron vermutet eine Art Versteckspiel dahinter und nimmt das Buch sofort mit. Erst als er sich für die Ausleihe bei der Bibliothek anmelden muss - er ist neu in der Stadt - erkennt er, welches Buch er da in den Händen hält: Romeo und Julia von Shakespeare. Das ist nicht gerade ein Paradebeispiel dafür wie Ron seine Liebesgeschichte enden lassen möchte.
Dennoch nimmt er das Buch mit und beginnt sobald er zuhause ist, sich in das Buch zu vertiefen. Doch das vertiefen gibt ihm einen tieferen Einblick in das Buch als er je gewagt hätte. Sobald er eine Seite aufgeschlagen hat, ist er plötzlich mitten im Geschehen und in einen Kampf zwischen den verfeindeten Familien Capulet und Montagues verwickelt.

Als Ron zurück in seiner Welt ist, vertraut er sich seinem Cousin Magus an, der ihn ermutigt weiterzulesen, um in Verona nach seiner hübschen Unbekannten zu suchen. Es bleibt jedoch nicht nur bei "Romeo und Julia". Um Rosalia, der Frau mit den smaragdgrünen Augen, auf die er auf dem Ball der Capulets tatsächlich wieder trifft, erneut zu begegnen, muss sich Ron auch in Abenteuer anderer Autoren wagen. Doch mit der Zeit kommt Ron ein Verdacht. Wie viel hat sein ahnungsloser Cousin tatsächlich mit Rons Lage zu tun? Und ist wirklich alles echt, was echt zu sein scheint?


Die Buchwanderer ist eine Liebeserklärung an die Literatur! Mit einer Begeisterung führt Britta Röder den Leser durch Meisterwerke wie "Romeo und Julia" oder "Don Quijote", wobei diese Euphorie ansteckend ist. Ich habe mich auf jeder Seite schon gefragt, was auf der nächsten passieren wird und habe Ron und Magus gespannt auf ihrem Weg verfolgt. Dabei hat es mir vor allem Magus angetan. Britta Röder zeichnet die Charaktere behutsam und zugleich genau, dass das ganze Innenleben vor dem Leser liegt und man sich sogleich mit ihnen identifiziert. Magus ist so ein nachdenklicher, in sich ruhender Mensch, den ich gerne in Wirklichkeit kennenlernen würde. Zu der inneren Ruhe Magus´stehen Rons und Rosalias Energie und Lebensfreude im krassen Kontrast, der dem ganzen Buch noch ein wenig Würze gibt.

So sehr ich das Buch mit Lob überschütten möchte, muss ich doch einen kleinen Kritikpunkt melden. Gerade weil die Geschichte so toll geschrieben ist und an jedem Kapitelanfang eine hübsche Initale steht, ist es ein wenig schade, dass die Schrift so klein ausgefallen ist. Denn wenn ich nach der Uni wirklich sehr müde war, hatte ich teilweise einfach nicht mehr die Kraft mich so sehr auf die kleinen Buchstaben zu konzentrieren. Zugegebenermaßen bin ich aber auch kein Falke was meine Sehfähigkeiten angeht (ganz zu schweigen davon, dass ich wahrscheinlich eine stärkere Brille brauche), dennoch ist es vielleicht gerade für ältere Menschen etwas schade.

Die Buchwanderer ist ein toller Roman mit vielen unterschiedlichen Ebenen, in denen sich überall viele liebevoll ausgearbeitete Details verstecken. Doch ich scheine nicht die  Einzige zu sein, die von diesem Roman schwärmt, denn es ist die zweite Auflage des Romans.


c.: https://www.staatsballett-berlin.de/de/ 
Außerdem habe ich diesem Buch zu danken! Ich wollte schon immer mal ins Ballett gehen, hatte es aber bis vor kurzem noch nicht geschafft meine Familie zu überreden mich zu begleiten. Endlich habe ich es geschafft! Als ich mir einen Flyer vom Staatsballett Berlin mitnahm und sah, dass in der Spielzeit Don Quixote aufgeführt wird, musste ich direkt an dieses Buch denken. So drängte ich meine Familie dazu, Karten für die letzte Aufführung von Don Quixote vor der Sommerpause zu kaufen. Ich war schlichtweg begeistert! Allein die Kostüme waren ein reiner Hingucker, von der Leistung der Tänzer ganz zu schweigen. Dieses Buch hat mich endlich dazu gebracht, zum Ballett zu gehen. Und nun weiß ich, dass ich ein Ballettfan bin.
In der nächsten Spielzeit wird das Staatsballett Onegin aufführen. Auch Ron und Rosalia streifen durch die Geschichte von Alexander Puschkin. Vielleicht kann dies ja schon mein nächster Ballettbesuch werden.

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