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Kerstin Ehmer: Die schwarze Fee

Für jeden Fan der goldenen 20er Jahre, sind von Volker Kutscher "Babylon Berlin" und die Kriminalromane von Kerstin Ehmer um den charismatischen Ermittler Ariel Spiro ein Muss. Während mich die Serie Babylon Berlin persönlich nicht sonderlich packen konnte, hat mir es Ariel Spiro um so mehr angetan. Beim Lesen bekomme ich immer ein wenig das Gefühl, dass Spiro ein wenig im Dunkeln herumstochert - nicht nur beruflich, sondern auch privat - dennoch kommt er irgendwie zur Lösung und ist den Tätern auf der Spur.

Krimi // Pendragon Verlag // 2019 
400 Seiten // 18.00 Euro // Klappenbroschur 

Es ist der zweite Fall für Spiro seit er nach Berlin gekommen ist, doch noch immer kann er sich nicht mit der Großstadt anfreunden. Der Großteil seiner Kollegen beäugt ihn weiterhin kritisch - den von Außen, der die Stelle und damit Beförderung bekommen hat, die einer von ihnen hätte bekommen sollen - und lassen ihn bei einer Schlägerei zwischen den politischen Extremen ins offene Messer laufen. Nach dieser äußerst unangenehmen Begegnung mit einem Schläger, beginnt Ariel mit dem Boxen. Durch einen Zufall trifft er nach dem Training auf die Künstlerin Anna und lernt mit ihrer Familie ein ganz anderes Berlin kennen. Neben seinen privaten Problemen, hat Spiro auch auf der Arbeit zu kämpfen. Nach zwei Giftmorden im russischen Milieu muss sich Spiro mit den unterschiedlichen russischen Gruppierungen in Berlin herumplagen, die alle etwas gemeinsam haben: keiner will mit der Polizei reden, vor allem nicht mit einem Polizisten mit einem blauen Auge. So ist Spiro mal wieder auf seinen Ermittlersinn, oder salopp gesagt seine Schnüfflernase, angewiesen und lässt sich in der Großstadt treiben.

Neben den Ermittlungen und anderen Eskapaden in Spiro Leben erzählt Ehmer auch von Nike, Ariels großer Liebe. Die junge Frau, die wir bereits als Tochter des Opfers, einem reichen jüdischen Banker, aus dem ersten Teil kennen, hat sich nun dazu entschlossen Medizin zu studieren. Sie hilft in der Charité in unterschiedlichen Abteilungen aus und erlebt dabei auch die Probleme der Arbeiter Berlins. Dabei kommt sie unweigerlich mit Syphilis Patienten in Kontakt und Ehmer zeigt das Ausmaß von Infektionen auf eine überfüllte Großstadt mit unzureichenden Hygienemaßnahmen auf.

Wir danken dem Pendragon Verlag für das Rezensionsexemplar.

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