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José R. Dos Santos: Codex 632. Wer war Christoph Kolumbus wirklich?

Codex 632 ist nicht nur etwas für Seefahrt-Interessierte, sondern jeden, der eine spannende Schnitzeljagd verfolgen möchte. 

Roman // O Codex 632 (2005)
2019 // luzar publishing // übersetzt von Viktoria Reich 
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384 Seiten // 18,50 Euro // kartoniert 

Nachdem ein Wissenschaftler während seiner Forschungsarbeiten zum Jubiläum der Entdeckung Brasiliens verstirbt, steht sein Auftraggeber, eine amerikanische Stiftung, vor einem Rätsel. Nicht nur das Verhältnis zwischen Wissenschaftler und Stiftung war angespannt, da unter anderem der Wissenschaftler sich weigerte, etwaige Zwischenberichte zu schreiben. Alle seine Erkenntnisse hat er verschlüsselt, sowie auch den Code für seinen Safe, in dem sich die wichtigsten Dokumente zu seinen Erkenntnissen befinden.
Daher tritt die Stiftung an Tomás Noronha, Professor an der Universität Lissabon und Experte für Verschlüsselungen aller Art, heran und beauftragt ihn die Forschungen wieder aufzunehmen. Anfänglich geht es um die Geheimniskrämerei der Portugiesen um ihre Entdeckungsfahrten und die weit verbreitete These, dass Brasilien bereits Jahre vor der offiziellen Entdeckung von den Portugiesen erforscht wurde. Doch dann erkennt Tomás, dass sich die Nachforschungen immer mehr auf Christoph Kolumbus konzentrieren und schließlich die Frage: Wer war Kolumbus wirklich?
Neben den beruflichen Wirren, in die sich Tomás stürtz, hat er auch mit privaten Problemen zu kämpfen. Seiner Tochter geht es immer schlechter, seine Frau und er haben sich nichts mehr zu sagen und dann ist da noch die hübsche Erasmus-Studentin, die ihrem Professor eindeutige Avancen macht.

Ich hatte noch nie von den Spekulationen um die Identität von Christoph Kolumbus gehört. Mit meinem Schulwissen ging ich immer davon aus, dass Kolumbus ein Italiener war, den es zuerst nach Portugal und schließlich nach Spanien verschlug. Jedoch waren mir Namen wie Vasco Da Gama, Ferdinand Magellan und Bartolomeu Dias sowie ihre Seefahrten noch ein Begriff. Dennoch ist Kolumbus durch seine Entdeckung Amerikas mit Abstand der bekannteste Seefahrer unserer Zeit. Dass andere wie die Wikinger unter Leif Eriksson bereits vor ihm das Land entdeckt haben, tut seiner Legende keinen Abbruch. Was ist jedoch, wenn die Portugiesen nicht nur Brasilien früher entdeckt haben, sondern auch von der Existenz Amerikas gewusst haben? Und was für eine Rolle spielt die Identität von Kolumbus dabei?
Diesen Fragen geht Tomás Norohna auf den Grund. Es fühlt sich ein wenig wie eine Schnitzeljagd an, wenn Tomás den wenigen Spuren folgend durch die Welt reist und nach weiteren Hinweisen in Quellen wie Tagebüchern, Reiseberichten und vielem mehr sucht. 
Codex 632 ist der erste Roman aus der Reihe um Tomás Norohna, jedoch als viertes Buch ins Deutsche übersetzet. Wenn ihr etwas klüger seid als ich, lest ihr die erste Seite, wo wir erfahren, dass Codex 632 noch drei Übersetzungen folgen werden. Da ich jedoch nicht so klug war, war ich zu Beginn ein wenig überrascht, dass Tomás verheiratet ist, da ich aus den vorherigen Übersetzungen bereits Maria Flor kannte. Der Ausgang von Tomás Ehe ist damit also schon vorweggenommen.  


Wir danken luzar publishing für das Rezensionsexemplar. 




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