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Zwei Mal mit Hoffmann und Campe nach Frankreich

Alexander Oetker: Chateau Mort. Luc Verlains neuer Fall  & P. B. Vauvillé: Dunkle Nächte auf dem Montematre

Alexander Oetker: Chateau Mort. Luc Verlains neuer Fall
Kriminalroman // Hoffmann und Campe // 2018 
332 Seiten // 16,00 Euro //Paperback

Chateau Mort ist der zweite Fall im heißen Aquitane. Und Lucs schöne und rätselhafte Kollegin Anouk ist auch wieder dabei. Da Sommer und Urlaubszeit ist, hilft auch Lucs Polizistenfreund Yacine aus Paris bei den Ermittlungen. Der wollte zwar eigentlich nur Urlaub machen, wird aber schnell bei der Mördersuche beteiligt.

Der liebenswerte Winzer Hubert de Langville wird während des berühmten Marathonlauf, den Marathon du Medco, vergiftet. Einige andere Läufer hat es zwar auch erwischt, aber die können sich schnell wieder erholen. Das Gift scheint während des einer Pausenverköstigung im Rotwein gewesen zu sein. Und das ausgerechnet im Schlossgarten des Chateaus von Lucs gutem Jugendfreund Richard. Die Ermittlungen führen in die angeblich "gute" Gesellschaft von Bordeaux und zu den Machtkämpfen zwischen den berühmten Chateaus.

Wieder gelingt es Alexander Oetker perfekt das französische Flair zu vermitteln. Heißer Sommer, blauer Himmel, wunderbare Strände und tolle Meerblicke. Beschlagene Weißweingläser, tiefgründiger Rotwein, Charterte und fangfrischen Fisch. Alte Städtchen und ehrwürdige Chateaus gemischt mit Spannung, Liebe und Zweifeln. Gut, dass ich meinen Frankreichurlaub noch vor mir habe. Mit Chateau Mort ist Alexander Oetker ein toller Anschluß an Retour gelungen.


P.B. Vauvillé: Dunkle Nächte auf dem Montematre
Kriminalroman // Original: Le Narcisse 
Hoffmann und Campe // 2018 // Aus dem Französischen von Yvonne Eglinger und Maja Überlegen-Pfaff 
Seiten 286 // 16,00 Euro // Paperback

Moulin betreibt ein Transvestie-Cabaret auf dem Montmartre. Er war einmal - vor vielen Jahren - der berühmteste Catcher von Paris. Und damals soll er - laut Kommissar Corsini - dem brutalen Zuhälter seiner Geliebten das Genick gebrochen haben. Was der Kommissar jedoch  nie beweisen konnte.

Es ist August und sehr heiß und Moulin hat wieder einmal "eine Leiche im Keller": Eine junge Frau wird mit gebrochenem Genick im Keller des Cabarets gefunden und sie sieht wie Daphné, eine von Moulins Künstlerinnen, aus. Und wieder ermittelt Kommissar Corsini mit einem jungen, obercoolen Leutnant an der Seite.

Auf dem Montmartre hat Moulin auch als Cabaret-Besitzer nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt. Er ist sozial und hilfsbereit und unterstützt ein "normales Leben" auf dem Montmartre, abseits der ständigen Touristenströme. Moulin bittet den im Viertel aufgewachsenen Jazz-Gitarrenspieler Quentin  um Hilfe, da die Polizei ihn als Hauptverdächtigen sieht. Quentin beginnt die Mitarbeiter des Cabarets und die Nachbarn zu befragen und versucht hinter die wahre Identität der Toten zu kommen. Sein gutgemeinter, aber eher unbeholfener Befragungsstil nervt zwar, öffnet ihm aber die Türen. Er bekommt viele Informationen, kann die einzelnen Puzzleteile aber nicht sinnvoll zusammensetzen. Trotzdem gibt er nicht auf und macht weiter, denn er sich auf plötzlich in der Rolle des einzigen "Beschützers" der toten jungen Frau, der er eine Aufklärung schuldig ist. Als es ihm schließlich gelingt, die Identität der Toten aufzudecken, ergibt sich ein Gesamtbild.

Dunkle Nächte auf Montmartre ist ein guter Krimi mit einer tollen Atmosphäre, der den Leser mit auf den Montmartre nimmt. Klug geschrieben, mit vielen interessanten (Szene-) Charakteren und ohne übertrieben Horror oder Terror.  Hinter dem Autorenname verbregen sich Bertina Heinrichs, deren Roman Die Schachspielerin mir auch schon sehr gut gefallen hat. Philippe Vauvillé ist auch Sänger des Jazz-Quartetts SMOKING, was man der Beschreibung der Musikerszene merkt.


Für die Rezension-exemplare danken wir:

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7:45  Uhr  Frühstück (Müsli, sonntags auch mal Rührei)
8:30  Uhr  Morgenkontrollgang durchs Dorf
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