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Alice Thomas Ellis: Weihnachten am Ende der Welt

Roman // Insel Verlag // 2018 // Aus dem Englischen von Heribert Genzmer 
272 Seiten // 10,95 Euro // Taschenbuch

Fünf Singles versuchen Weihnachten zu entfliehen und zwar bis ans Ende der Welt. Das heisst in diesem Fall in ein kleines Hotel auf eine kleine Insel vor Schottland. Eric hasst diese Jahreszeit, wenn überhaupt keine Touristen mehr in sein Hotel kommen. Nur noch geizige Ferienhausbesitzer und noch geizigere Inselbewohner. So entrümpelt er einige seiner Gästezimmer und schreibt sehr zum Hohn seiner Frau eine Annonce für die Zeitungen. Darin verspricht er allen Weihnachtshassern ruhige Tage ohne jeden Weihnachtsstress und Weihnachtsstimmung.

Und damit hat er Recht, doch ruhig werden die Tage nicht. Denn die fünf Urlauber bringen ihre Sorgen und Ängste mit auf die Insel. Zum Glück hat Alice Thomas Ellis aber keinen Psychoroman über verrückte Leute, die auf einer Insel feststecken, geschrieben. Vielmehr gelingt es ihr gekonnt, Lebensgeschichten aufzurollen und miteinander zu verbinden, wenn auch nur für kurze Zeit. So schafft es der frühere Soldat Harry, das wirkliche, sensible Ich der Schauspielerin Jessica hervorzurufen. Anita ist eine erfolgreiche, einsame Abteilungsleiterin, die Aufmerksamkeit sucht und Ronald ein egozentrischer Psychiater, dem die Frau kurz vor Weihnachten weglaufen ist. Der Gestörteste ist der unsympathische Schauspieler Jon, der nicht glauben kann, dass sich Jessica nicht mehr an ihn und ihre kurze Affäre erinnern kann. 

Während Erics Gäste beginnen sich aufeinander einzulassen, geschehen wundersame Dinge auf der Insel. Die Robben beobachten das Gasthaus, der Zaun des Pfarrhausgarten wird immer wieder umgestossen und die Wiese zertrampelt und manche Einheimischen haben kleine Schwimmhäute zwischen den Fingern. Und selbst das Wetter ist nicht verläßlich, manche bemerken den Sturm und andere nicht. 
Weihnachten am Ende der Welt ist ein tolles Buch für alle, die schwarzen Humor und lange Winterabende lieben.

Wir danken dem Insel Verlag für das Rezensionsexemplar.



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