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Mark Haddon: Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone

Roman // Original: The Curious Incident of the Dog in the Night-Time // 2003
Karl Blessing Verlag // 2003 // aus dem Englischen von Sabine Hübner
283 Seiten // 8,99 Euro als Taschenbuch // Hardcover


Als wir letztens in der Bibliothek herumgestöbert haben, haben der Denker und ich uns ein Buch ausgeliehen, dass auf der Liste der Readingchallenge 100 Books before you die - Bloggeredition von Mareikes Bücher stand. Dabei entschied ich mich für Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone, was ich euch nun vorstellen möchte:

Allein der Titel macht schon neugierig, wobei mir der Originaltitel The Curious Incident of the Dog in the Night-Time sogar noch besser gefallen hat. Denn dieser ist ein Zitat von Sherlock Holmes. Nicht nur weil es sich hier um einen Kriminalroman handelt, sondern weil Sherlock Holmes auch der Lieblingsdetektiv unseres Protagonisten ist, passt dieser Titel so gut.
Der 15-Jährige Christopher Boone ist anders als andere Kinder in seinem Alter. Es fällt ihm schwer sich in fremden Situationen zurechtzufinden oder die Emotionen und die Mimik anderer Menschen zu deuten. Er versteht keinen Sarkasmus und kann auch keine Redewendungen oder Sprichwörter verstehen.
So kann der Alltag mit Christopher nicht immer ganz leicht sein - er hasst es angefasst zu werden und die Lebensmittel auf seinem Teller dürfen sich nicht berühren - weshalb er auf eine Sonderschule geht. Dort hat er dieses Jahr die Möglichkeit sein Matheabitur als erster Schüler zu absolvieren.
Als Christopher eines Nachts den Nachbarshund Wellington tot auffindet und weil er Hunde sehr gerne mag, beschließt er ganz wie sein Vorbild Sherlock Holmes den Mörder zu finden. Da seine Lehrerin ihm vorgeschlagen hat, ein Buch zu schreiben, hält er seine Ermittlungen in Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone fest. Doch sein Vater hält gar nichts von seinem Detektivspiel und plötzlich scheint es kaum noch um Wellington zu gehen, sondern viel mehr um Christophers verstorbene Mutter.

Zuerst möchte ich hervorheben, dass Mark Haddon sich auch um viele kleine Details gekümmert hat, die dieses Buch besonders machen. So ist nicht nur Christopher absolut liebenswürdig. Es gibt viele kleine Illustrationen, die die für uns teil wirr erscheinende Gedankenwelt des Jungen erklären oder seine Umwelt beschreiben. Auch die Kapielnummerierung, die nach der Primzahlen erfolgt, ist ein entzückendes Detail, das einem das Leben versüßt.

Haddon konnte mich direkt im ersten Kapitel (also Kapitel 2) für sich gewinnen und ich habe Christopher sehr gerne begleitet. Doch dann kam ich zu einem Punkt, bei dem ich etwas Angst vor dem weiterlesen bekam, da ich nicht wollte, dass bestimmte Dinge geschehen. Begonnen mit dem Streit zwischen Christopher und seinem Vater und ohne bereits zu viel vorwegzunehmen, hat es mir wirklich im Herzen weh getan, wie sich das Vater-Sohn-Verhältnis entfernt. Denn Christophers Vater liebt seinen Sohn bedingungslos und er versucht immer nur das Beste zu tun, ermöglicht ihm zum Beispiel sein Abitur in Mathe schreiben zu können. Und doch stößt er an seine Grenzen, die als Alleinerziehender oder auch durch die nicht immer ganz einfache Art von Christopher entstehen.

Christopher wächst über sich hinaus und die Erfahrungen, die er in diesem Roman niederschreibt, bereichern ihn enorm. Doch sein Vater, der zugegeben auch Fehler gemacht hat, verliert mehr, als dass er gewinnt.
Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone ist ein guter Roman, der gerade wegen Christopher als Protagonisten jeder mal gelesen haben sollte, der jedoch für mich aufgrund seiner Familienverhältnisse und dem Ende einen eher bitteren Geschmack hinterlassen hat.




Kommentare

  1. Wenn ich etwas anmerken dürfte: Dass Christopher Boone ein Autist wäre ist leider ein weit verbreitetes Missverständnis. Der Verlag bewirbt das Buch tatsächlich so, der Autor sagt aber selbst, dass er Christopher Boone nicht als Autisten geschrieben hat und auch kaum mit dem Thema vertraut war. (Quelle: http://www.markhaddon.com/aspergers-and-autism). Von daher wäre es hilfreich, hier nicht von einer konkreten Diagnose zu sprechen, da sich Christopher massiv von echten Autisten unterscheidet. Tatsächlich habe ich meine eigene Diagnose massiv angezweifelt, als ich das Buch in der 11. Klasse im Unterricht gelesen habe.
    Viele Grüße
    @elodiyla

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    1. Hey, danke für deine liebe Anmerkung. Ich habe es gleich ein wenig abgeändert.
      Ich wünsche dir noch einen schönen Abend.
      Liebe Grüße
      Gianna

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