Antoine Laurain: Ein Tropfen vom Glück

Roman // Atlantik  // Hoffmann und Campe Verlag 2019 //
Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer //
Gebunden // 256 Seiten // 20,00 Euro
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Ein Tropfen vom Glück ist ein wunderschöner, stimmungsvoller Roman, der den Leser in das Paris von 1954 zurückführt. Durch einen Diebstahl werden vier Menschen zusammengeführt, trinken gemeinsam eine Flasche Rotwein Jahrgang 1954 und wachsen am nächsten Morgen in einem Paris ohne Handys und moderne technische Errungenschaften wieder auf. Dafür gibt es noch alte Pferdekutschen, alte Autobusse mit Heckplattform und Schaffner, große France-Scheine und überall trifft man auf spätere Berühmtheiten wie Audrey Hepburn, Jean Gabin und Edith Piaf oder François Truffaut und Claude Chabrol.

Hubert Larnaudie ist ein echter Pariser und Franzose alten Schlags, dessen Familie das große Pariser Wohnhaus in der Rue Edgar-Charellier Nummer 18 auf den während der Revolution zerstörten Ruine der Abtei Saint-Martin baute und seitdem auch darin wohnte. Im Laufe der Jahre mussten die meisten Wohnungen verkauft werden und nur Huberts Familie ist von der goßen Familie übrig geblieben. Hubert aber liebt das Haus und seine Familiengeschichte und kümmert sich als Vorsitzender des Verwaltungsrats immer noch um die Belange des Hauses und seiner Mieter.

Zu diesen Mietern gehören die junge Magalie, die als Restauratorin in ihrer kleiner Werkstatt Antiquitäten wieder zusammensetzt. Magalie verlor durch einen Autounfall früh ihre Eltern und wurde danach von ihrer Großmutter erzogen. Sie kleidet sich im Gothic-Style, denn "Ich repariere Gegenstände, die in tausend Stücke zersprungen sind, weil mein Leben eines Tages in tausend Stücken lag" und für immer in Trauer ist.

Der dritte im Bunde ist Julien. Er wohnt erst seit kurzem im Haus und arbeitet als Barkeeper in der berühmten "Harry`s Bar". Julien ist ein bißchen in Magalie verliebt, aber noch viel zu schüchtern um es ihr zu zeigen. Julians Familie hat ein Geheimnis: 1978 verschwand ein Vorfahre spurlos, nachdem er 1954 auf dem Nachhauseweg von einem Barbesuch ein Raumschiff gesehen hatte und nach dem 1978 nach dem Besuch des Kinofilms "Unheimliche Begegnung der dritten Art" eine Flasche Rotwein Jahrgang 1954 getrunken hatte.

Und dann ist da noch Bob, ein Amerikaner aus Milwaukee. Sein Traum war eine Reise  mit seiner Frau Goldie nach Paris. Nun ist Goldie schwer erkrankt und Bob tritt die Reise nach Europa allein an. Insgeheim erhofft er sich von Paris Heilung für seine Frau.

Die Vier erleben nun alle ihr früheres Paris und Teile ihrer (Familien-) Geschichte. Da sie aber in das Jahr 2017 zurück wollen, entwickeln sie mit Hilfe eines später berühmten Physikers einen genialen Plan. Ein Tropfen vom Glück erinnere mich ein wenig an das tolle  Midnight in Paris von Woody Alan und ist eine wundervolle Hommage auf die unerschütterliche Stadt Paris.
Vorgelesen von Gisela

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Wir danken Atlantik/ Hoffmann und Campe Verlag für das Rezensionsexemplar.


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